Double Duty Carers in Deutschland – Verbesserung der Vereinbarkeit von beruflichen und privaten Pflegeaufgaben

„Double Duty Carer (DDC)“ sind Pflegefachpersonen (AltenpflegerInnen, Gesundheits- und KrankenpflegerInnen, Gesundheits- und KinderkrankenpflegerInnen), die neben ihrer beruflichen Pflegetätigkeit, auch privat für die Pflege eines Angehörigen verantwortlich sind. Sie schultern also eine doppelte („double“) Verpflichtung („duty“) in Sachen Pflege.

Nach ersten Schätzungen handelt es sich bei etwa 8 % der in Pflege tätigen um Double Duty Carer. Wie alle pflegenden Angehörigen sehen sie sich der besonderen Herausforderung gegenüber, die private Pflege neben dem Beruf organisieren und selbst leisten zu können. Die Rahmenbedingungen der Arbeit in der Pflege erleichtern diese Herausforderung nicht unbedingt, so dass zu befürchten ist, dass DDC in verschiedener Hinsicht stark belastet sind.

Ziele des Projektes sind, die repräsentative empirische Analyse der Situation und Bedarfe von DDC mittels sowie die darauf aufbauende Entwicklung und Pilotierung von Unterstützungsmaßnahmen.

Neben verhaltensbezogenen Maßnahmen (einschließlich angepasster Schulungskurse) sollen insbesondere arbeitsorganisatorische Interventionen entwickelt werden. Hierbei wird vorhandene Evidence ebenso genutzt wie das Wissen von Experten aus Pflege-/ Unfallversicherung sowie von Pflege- und FührungspraktikerInnen. Die Wirksamkeit der Maßnahmen wird im Rahmen einer Prä-/ Post-Erhebung in ausgewählten Einrichtungen geprüft. Das Vorhaben setzt außerdem von Anfang an auf die Entwicklung einer Wissens- und Vernetzungsplattform im Internet, um die Netzwerkbildung sowie die partizipative Beteiligung und den Erkenntnistransfer zu sichern.

Bei dem Projekt handelt es sich um ein durch die ehs geleitetes Verbundprojekt gemeinsam mit der HTW Dresden. Die übergeordnete Projektleitung liegt bei Prof. Dr. Thomas Fischer. An der ehs sind darüber hinaus Irén Horvath-Kadner und Kerstin Thümmler in dem Projekt beschäftigt.

Für die HTW Dresden liegt die Projektleitung bei Prof. Dr. Anne-Katrin Haubold und Prof Dr. Rüdiger von der Weth. Außerdem sind Dr. Heidi Clasen und Wilhelm Beckmann in dem Projekt beschäftigt.

Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms „Forschung an Fachhochschulen – SILQUA FH“ gefördert; Förderkennzeichen 03FH002SA6.

Das Projekt läuft von Dezember 2016 bis November 2019.