Bericht zum 1. Brückenkurs: Eine Brücke zur Sozialen Arbeit und Frühen Bildung

Am ehs Zentrum startete am 29. September 2015 erstmals ein Brückenkurs im Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“. Das Programm IQ wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und dem Europäischen Sozialfonds gefördert, die Koordination des IQ Netzwerkes Sachsen liegt beim EXIS Europa e.V. Das Förderprogramm zielt darauf ab, eine nachhaltige Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Erwachsenen mit Migrationshintergrund zu erreichen und dadurch Deutschland langfristig als Einwanderungsland zu etablieren. 

Aufbauend auf ihren professionellen Kompetenzen erhielten die 14 Teilnehmenden aus Kolumbien, Kroatien, Moldawien, Polen, Russland, Syrien, der Ukraine, Ungarn und Weißrussland im Rahmen dieses ersten Brückenkurses umfassende Einblicke in Tätigkeitsfelder der Sozialen Arbeit und der Frühen Bildung. Es wurden ihnen durch Exkursionen in „Arbeitsorte“ und durch die Teilnahme an Fachtagen verschiedener Träger Zugänge zu professionellen Netzwerken ermöglicht. Im Fachsprachenkurs, im Kurs „Wissenschaftliches Arbeiten in der Fremdsprache Deutsch“, beim Aussprachetraining und im Sprachcoaching wurden wichtige berufsrelevante Fähigkeiten trainiert. 

Als Besonderheit des am ehs Zentrum durchgeführten Kurses bestand für die Teilnehmenden zudem die Möglichkeit, vom breiten  Lehr- und Veranstaltungsangebot der Hochschule zu profitieren und so den je individuellen Lernbedarfen und fachlichen Interessen nachzugehen. Ferner stand es den Teilnehmenden offen, in der studentischen Gruppe „ehs international“, im Chor und in der Trommelgruppe der ehs mitzuwirken und dadurch aktiv am Hochschulleben teilzunehmen.

Nach vier arbeits- und kommunikationsintensiven Monaten wurden den sichtbar stolzen Teilnehmenden am 28. Januar 2016 ihre Abschlusszertifikate überreicht. 

„Ich bin jetzt sicherer in der Berufssprache.“ – „Jetzt kann ich meine Kenntnisse und Fähigkeiten der Sozialarbeit in Deutschland und in Deutsch anwenden." – „Ich hatte die Möglichkeit zu sehen, wie das Sozialsystem in Deutschland bzw. in Dresden funktioniert, von innen. Wie diese komplizierte Arbeit überhaupt organisiert wird, woraus sie besteht. Der Brückenkurs war einer der wichtigsten und nützlichsten Teile meiner Adaptation/Integration.“ – „Ich war in verschiedenen Institutionen, in denen ich mir vorstellen kann zu arbeiten. Jetzt kenne ich viele interessante Projekte und ein großes Spektrum von Arbeitsfeldern.“ – „Der Brückenkurs hat mich nur positiv beeinflusst. Ich wurde viel offener für andere Leute, Kulturen. Die Offenheit der ganzen Gruppe war einfach beeindruckend.“ – „Im Brückenkurs habe ich mich selbstbewusst gefühlt. Ich weiß jetzt, dass ich meinen Traum, als Sozialarbeiterin zu arbeiten, schaffen kann.“ – „Ich habe einen Weg für meine professionelle Entwicklung gefunden.“

Die am ehs Zentrum durchgeführten viermonatigen Brückenkurse richten sich an Akademiker_innen, die in ihren Herkunftsländern Abschlüsse in den Bereichen Soziale Arbeit oder Frühe Bildung erworben haben (beispielsweise in der Sozialpädagogik oder der Vorschulpädagogik) und die in Deutschland auf dem Weg zu einer qualifikationsadäquaten Beschäftigung sind. 

Autorinnen: Irene Sperfeld, Dr. Susanne Ritschel

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