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Wissenschaftliche Begleitung der Flüchtlingsambulanzen in Sachsen

Im Rahmen des Projekts wird die Arbeit der Internationalen Flüchtlingsambulanz in Dresden begleitet. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach einem effektiven Organisationsmodell des Ambulanzbetriebs, der gesundheitlichen Situation der dort behandelten PatientInnen und der gesundheitsökonomischen Effizienz.

Laufzeit:

Phase 1: 9.11.2015 bis 31.12.2016
Phase 2: 1.1.2017 bis 31.12.2017


Ausgangslage


Seit dem 14. September 2015 betreibt die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen auf der Basis einer Vereinbarung mit dem Freistaat Sachsen (vertreten durch die Landesdirektion Sachsen) und der Landeshauptstadt Dresden eine Praxis zur ambulanten Versorgung von Asylbewerberinnen und Asylbewerbern in Dresden. Bei dieser Praxis handelt es sich um die erste spezielle Ambulanz für die primärmedizinische Versorgung von Asylsuchenden in Deutschland.
Während der ersten Projektphase der wissenschaftlichen Begleitung erfolgte, eine Bestandsaufnahme des Praxisbetriebes in organisatorischer Hinsicht. Zudem wurde analysiert, welche Behandlungsanlässe und medizinische Diagnosen bei den Patienten der Praxis vorliegen. Eine Arbeitsablaufanalyse sowie die Auswertung der gesundheitsökonomischen Situation der Praxis rundeten das Projekt ab. Damit wurde eine wichtige Sachgrundlage für die Vertragspartner geschaffen, um über den (Weiter)Betrieb der Ambulanz beraten zu können.
Der Praxisbetrieb in Dresden wurde durch die Vertragspartner auch für das Jahr 2017 vertraglich abgesichert. Hinzu kommt eine weitere Ambulanz in Chemnitz mit vergleichbarer Ausrichtung, die im Lauf des Jahres 2016 ihre Arbeit aufnahm.

Zielsetzung


Neben der weiteren Begleitung des Praxisbetriebs, verfolgt die zweite Projektphase der wissenschaftlichen Begleitung zwei Zielsetzungen. Zum einen sollen die Verläufe chronischer Erkrankungen bei Flüchtlingen genauer untersucht werden. Dabei werden insbesondere die Rolle der Fluchtauslöser, der Fluchtumstände sowie der Situation im Zielland als Einflussfaktoren auf die chronische Erkrankung in den Fokus genommen. Hinzu soll ein Augenmerk auf der Gesundheit von Müttern und Kindern liegen.
Zum zweiten erfolgt eine vertiefte gesundheitsökonomische Bewertung der Ambulanz. Hier sollen die bisherigen eher deskriptiven Ergebnisse durch eine Kosten-Nutzen-Analyse unterfüttert werden. Es ist angestrebt die Analyse auf die Ambulanz in Chemnitz auszuweiten.

Vorgehen


Das Projekt bedient sich eines Mixed-Methods-Ansatzes und kombiniert dabei insbesondere quantitative epidemiologische (Routine-) Daten mit qualitativen Ansätzen der Rekonstruktion von Krankheitsverläufen und Einflussfaktoren. Für die Kosten-Nutzen-Analyse in diesem speziellen Setting kommt ein eigens entwickeltes Instrumentarium zum Einsatz.