Ziel des Projektes ist es, zu untersuchen, welchen Einfluss das Erleben und die Regulation von Emotionen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden beider Partner hat.

Laufzeit: November 2020 - November 2023


In Kooperation mit Professor Dr. Philipp Kanske, Professor für Klinische Psychologie und Behaviorale Neurowissenschaft an der Technischen Universität Dresden

 

Projekbeschreibung:

Über die gesamte Lebensspanne ist das Erleben und die Regulation von Emotionen essentiell für die Qualität und Stabilität von Partnerschaften, welche ihrerseits entscheidend für Wohlbefinden und Gesundheit beider Partner sind (Hoppmann & Gerstorf, 2009). Generell wird zwischen intrapersonaler (i.e., wie Individuen ihre eigenen Emotionen regulieren) und interpersonaler Emotionsregulation (i.e., wie Individuen die Emotionen ihres Partners regulieren) unterschieden (Gross, 2014), wobei der Großteil der bisherigen Forschung einen individuellen Zugang zum Thema wählt und sich auf die intrapersonale Emotionsregulation konzentriert (Levenson et al., 2014).

 

Theorien der Lebensspanne wie die Sozioemotionale Selektivitätstheorie (Carstensen, 2006) postulieren für das höhere Erwachsenenalter Gewinne im emotionalen Erleben und der Emotionsregulation, welche in empirischen Studien zur intrapersonalen Emotionsregulation Bestätigung fanden (Luong et al., 20011). Gleichzeitig relativieren Befunde das positive Bild, die auf die stärkere Kontextgebundenheit und die Rolle von mit dem Alter schwindenden Ressourcen verweisen (Urry & Gross, 2010). Aufgrund des Fokus auf die intrapersonale Emotionsregulation einerseits sowie die Dominanz individueller Zugänge andererseits ist bislang wenig darüber bekannt,

(1) ob es Altersunterschiede in der Prävalenz interpersonaler Emotionsregulation gibt,

(2) welche Quellen und Korrelate der interpersonalen Emotionsregulation im jüngeren und höheren Erwachsenenalter vorliegen,

(3) ob sich in Einklang mit theoretischen Überlegungen tatsächlich Altersunterschiede im Erfolg interpersonaler Emotionsregulation zeigen und

(4) wie diese etwaigen Unterschiede mittel- und längerfristig mit individuellen (z.B. Wohlbefinden, Gesundheit, Beziehungszufriedenheit) und dyadischen Charakteristika (z.B. Beziehungsqualität und –stabilität) zusammenhängen.

 

Genau diese Fragen plant das Forschungsprojekt mithilfe eines multi-methodalen Zugangs zu beantworten. Durch die Kombination alltagsnaher Experience-Sampling-Methoden mit kontrollierten experimentellen Laborsitzungen, der systematischen Erfassung emotionsregulativer Bemühungen auf verschiedenen Reaktionsebenen (i.e., subjektives Erleben, mimisches und verbales Verhalten, physiologische Reaktivität) und potentieller Bedingungsmechanismen, sowie der Verknüpfung subjektiver und objektiver Erfolgsindikatoren über verschiedene Zeiträume verspricht das Projekt ein umfassendes Verständnis von interpersonaler Emotionsregulation im Erwachsenenalter sowie deren Bedeutung für die Gesundheit und das Wohlbefinden jüngerer und älterer Paare. Darüber hinaus liefern fundierte Kenntnisse über Altersunterschiede in der Häufigkeit, dem Erfolg und der Funktionalität emotionsregulativer Bemühungen wertvolle Impulse, wie Ressourcen des partnerschaftlichen Kontexts genutzt werden können, um erfolgreiche Altersprozesse zu unterstützen (Urry & Gross, 2010).

Kontakt:

Prof. Dr. Margund Rohr, Professur für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie an der ehs Dresden

Raum: 3.312

Tel.: 0351-469 02 395

E-Mail: Margund.Rohr@ehs-dresden.de

 

Finanzierung:

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

 

Pressemitteilung der ehs