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Externe Evaluation des Projektes "KOBRA-net"

"KOBRA-net" ist eine Fachberatungsstelle für Opfer von Menschenhandel. Anliegen ist es die Qualität der Projektarbeit von KOBRA-net zu evaluieren.

Laufzeit: Januar 2003 - Dezember 2003


Das Projekt KOBRA-net

Entsprechend der Selbstbeschreibung des Projekts als "Kontakt- und Beratungsstelle für Frauen aus Mittel- und Osteuropa, die Opfer von Frauenhandel sind" versteht sich KOBRA-net als Anlaufstelle für Frauen, die vom Menschenhandel betroffen sind und konkrete Unterstützung und Hilfe suchen. Diese wird im Kontext eines (internationalen) Netzwerkes entsprechender Einrichtungen und Organisationen angesiedelt. Über diesen Kern des eigenen Selbstverständnisses wie Auftrages hinaus setzt sich KOBRA-net innerhalb der bezeichneten nationalen und internationalen Netzwerke für eine verstärkte Thematisierung und Wahrnehmung von Frauenhandel in Öffentlichkeit und öffentlichem Bewusstsein, für die Verankerung von politischen und rechtlichen Maßnahmen gegen Frauenhandel, für die Verbesserung der rechtlichen und sozialen Situation der in Deutschland lebenden Migrantinnen sowie für die Verurteilung von Frauenhandel als Menschenrechtsverletzung ein.

Umgesetzt werden diese Ziele vor allem durch das Angebot der Betreuung und psychosozialen Beratung der betroffenen Frauen während ihres Aufenthaltes in Deutschland. Dies reicht von der Begleitung im Prozess, falls sie als Opferzeugin zur Verfügung steht, bis hin zur Organisation der Rückreise in das Herkunftsland. Daneben stellen Netzwerkarbeit sowie politische Lobbyarbeit ebenfalls zentrale Handlungsschwerpunkte dar.

Die Evaluation

Die Schwerpunkte der wissenschaftlichen Evaluation bildeten die Untersuchung der Qualität der Projektarbeit hinsichtlich Struktur, Prozess und Ergebnis, insbesondere die kritische Sichtung der Ziele und Überprüfung ihrer Mess- und Realisierbarkeit, die Erarbeitung von Empfehlungen zur Optimierung der Arbeit sowie die Erarbeitung von Kriterien und empirischen Befunden als Entscheidungs- und Planungsgrundlagen für den Auftraggeber.Entsprechend dieser Schwerpunkte bezog sich die Evaluation auf vier Ebenen:

1. Bestandsaufnahme zur gegenwärtigen Situation hinsichtlich der Problematiken der (Zwangs-) Prostitution, der damit verbundenen Gesundheitsrisiken, des Frauenhandels, des kommerziellen sexuellen Missbrauch von Kindern sowie der Strukturen und Erscheinungsformen des Prostitutionstourismus.

2. Darstellung und Beschreibung der Organisations- und Strukturmuster des Projektes, seiner Zielvorgaben und Zielsetzungen sowie struktureller Besonderheiten der Zielgruppe.

3. Untersuchung der Handlungsansätze des Projekts, deren Umsetzungen und Effekte.

4. Darstellung der gewonnenen Ergebnisse, Ableitung von Handlungsempfehlungen für die projektinterne Arbeit sowie für politische Entscheidungsträger.

Publikation

Robert, Günther; Stange, Doreen; Kühne, Arlette: Migration als negative Karriere. Wege mittel- und osteuropäischer Frauen in wohlstandsstaatliche Sexindustrien. In: Liedke, Ulf; Robert, Günther (Hrsg.): Neue Lust am Strafen? Umbrüche gesellschaftlicher und pädagogischer Konzepte im Umgang mit abweichendem Verhalten, Aachen: Shaker, 2004, S. 78 - 93.