Aktuelles

Wissenschaftliche Begleitung bei der Erstellung der seniorenpolitischen Gesamtkonzeption der Stadt Pirna

Mit der Seniorenpolitischen Gesamtkonzeption soll die Richtung der künftigen Seniorenpolitik der Stadt Pirna vorgegeben werden. Die komplexen Bedarfe der älteren Generationen werden dabei analysiert sowie Entwicklungsperspektiven und Handlungsoptionen in Form notwendiger Maßnahmen aufgezeigt.

Laufzeit: Dezember 2013 - August 2014


Ausgangssituation

Pirna durchläuft seit mehr als zwei Jahrzehnten einen Schrumpfungs- und Alterungsprozess, der mit einer Reihe von Folgewirkungen in verschiedenen Handlungsbereichen einhergeht, beispielsweise:

  • einem Rückgang der Zahl der Erwerbstätigen,
  • einer Verringerung der Kaufkraft und sinkenden Steuereinnahmen,
  • einer Veränderungen im Wohn-, Kauf-, Freizeit- und Mobilitätsverhalten,
  • mit neuen Anforderungen an die Solidarität aller Bevölkerungsschichten u.v.a.

Frage-/ Zielstellung

Mit der Seniorenpolitischen Gesamtkonzeption soll die Richtung der künftigen Seniorenpolitik der Stadt Pirna vorgegeben werden. Die komplexen Bedarfe der älteren Generationen werden dabei analysiert sowie Entwicklungsperspektiven und Handlungsoptionen in Form notwendiger Maßnahmen aufgezeigt. Auf der Basis der vorliegenden Problemanalyse gehen wir davon aus, dass vor dem Hintergrund der prognostizierten Folgen des demografischen Wandels vor allem

  • eine differenzierte Analyse der sich immer weiter ausdifferenzierenden Lebensverhältnisse und Bedürfnisse der Bevölkerungsgruppe älterer Menschen notwendig ist,
  • den konkreten – sich ebenfalls immer weiter ausdifferenzierenden – Lebensbedingungen der älteren Menschen in ihren Sozialräumen vor Ort stärkere Beachtung geschenkt werden muss,
  • Teilhabe am gesellschaftlichen Leben im Sinne vielfältiger Formen (öffentlichen und privaten) freiwilligen Engagements sowohl unterstützt als auch hinsichtlich ihrer förderlichen und hinderlichen Rahmenbedingungen in den Kommunen verstärkt in den Fokus genommen werden muss,
  • die vielfältigen Potenziale und Ressourcen älterer Mitbürger/-innen im Sinne des Leitziels der „Selbstbestimmtheit“ – auch und insbesondere im Interesse der Kommunen – zu fördern sind.

Das zu erarbeitende Seniorenpolitische Gesamtkonzept der Stadt Pirna soll auf der kommunalen Handlungsebene folgende Ziele verfolgen:

  • Sicherstellung des Vorhandenseins eines angemessenen Anteils seniorengerechten Wohnraumes,
  • Schaffung der Grundlagen zur Etablierung neuer, alternativer Wohnformen,
  • Aufzeigen von Maßnahmen zur Flexibilisierung der sozialen Infrastruktur,
  • Sicherstellung der fundierten Beratung und Hilfestellung in Wohnortnähe,
  • Förderung des Gesundheitsbewusstseins,
  • Aktivierung des Bürgerschaftlichen Engagements sowie der Nachbarschaftshilfe,
  • Schaffung eines wirkungsvollen Verbundsystems begleitender und unterstützender Hilfen im Alter.

Bürger und Akteure werden während des gesamten Prozesses der wissenschaftlichen Begleitung einbezogen.

Konzeption und Methoden

Die wissenschaftliche Begleitung orientiert sich am Konzept einer „formativen Evaluation“. Diese versteht sich als projektbegleitender und projektentwickelnder Ansatz, der im Sinne eines „zielorientierten Informationsmanagements“ auf der regelmäßigen Rückkoppelung von (Zwischen-) Ergebnissen an die Projektbeteiligten und Auftraggeber basiert. Die Bestimmung der Feinziele geschieht kommunikativ im Laufe des Forschungsprojektes. Ein wesentlicher Stellenwert kommt deshalb einer fundierten Zielanalyse und Zieloperationalisierung zu, deren Methodik zu Projektbeginn mit dem Auftraggeber abgestimmt wurde. Zum Einsatz kommt dabei grundsätzlich das gesamte Spektrum quantitativer und qualitativer Forschungsmethoden. Eine standardisierte Befragung älterer Bewohner/-innen zu den vier o.g. Handlungsfeldern wird als repräsentative Fragebogenerhebung durchgeführt. Daneben werden partiell qualitative Forschungsmethoden einbezogen, insbesondere

  • zur explorativen Befragung von seniorenpolitisch relevanten Akteuren (qualitative Experteninterviews),
  • zur Einbeziehung der Zielgruppe älterer Bürgerinnen und Bürger,
  • sowie im Zuge der gemeinsam mit den beteiligten Stakeholdern durchzuführenden Zieloperationalisierungsworkshops.

Ergebnisse

Ein erster Bericht, v.a. mit Ergebnissen der repräsentativen Befragung, soll im Juni 2014 vorliegen.