Aktuelles

Evaluation koalpha - Evaluation der Koordinierungsstelle Alphabetisierung im Freistaat Sachsen

Aufgabe des Projektes ist die Evaluation des Projektes „Koordinierungsstelle Alphabetisierung im Freistaat Sachsen“. Diese Koordinierungsstelle ist seit Januar 2010 aktiv und ihr Ziel ist der qualitative und quantitative Ausbau von Alphabetisierungsmaßnahmen in Sachsen. Dazu wurden Regionalstellen eingerichtet, die in Chemnitz, Leipzig, Plauen, Dresden Informations-, Beratungs- und Vernetzungsaktiviten aufgebaut haben. Überregional wird eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit zur Alphabetisierung durchgeführt, Qualitätsstandards entwickelt, Qualifizierungsmaßnahmen angeregt und Fachveranstaltungen durchgeführt.

Laufzeit: Juni 2010 bis Dezember 2013


Fragestellung/Zielstellung 

Evaluation der Projektprozesse von koalpha hinsichtlich folgender Zielstellungen

  • Information und Sensibilität für das Phänomen des Funktionalen Analphabetismus bei beteiligten Fachkräften unter Berücksichtigung von Diversität und Reichweite (flächendeckende Aktivitäten in Sachsen)
  • Erleichterter Zugang zu Bildungs- und Unterstützungsangeboten, insbesondere zu esf-Kursen für Adressaten
  • Erhöhung der Quantität, Qualität der Angebote und ihre sinnvolle Verschränkung bzw. regionale Einbindung 
  •  Vernetzung und Kursentwicklung bei Anbietern von esf-Kursen
  • Professionalisierung mithilfe von Qualitätsstandards und Weiterbildungsangeboten

Methoden

(1)   Wissenschaftliche Begleitung: Projektmanagement, Aufbau, Moderation und Steuerung von Netzwerken, Konzeptentwicklungen, Kommunikationspolitik (Öffentlichkeitsarbeit)

(2)   Quantitative und qualitative Erhebungen zur formativen und summativen Evaluation der Projektprozesse und Ziele

Inhalte

(1) Die Hauptaktivitäten des Projektes lassen sich einer kommunikationspolitischen Strategie zuordnen. Durch die wissenschaftliche Begleitung galt es Systematisierung, Konzeptentwicklung hinsichtlich der spezifischen Anforderungen im Feld der Alphabetisierung zu unterstützen. Zu differenzieren sind hier die allgemeine Öffentlichkeitsarbeit, die Netzwerkarbeit, ausgehend von vier regionalen Koordinierungsstellen und landesweiten Aktivitäten, allgemeine Öffentlichkeitsarbeit: Bestimmung der Reichweite der kommunikationspolitischen Maßnahmen durch die Analyse von Auflagen, Nutzerzahlen der verwendeten Medien, Inhaltsanalyse ausgewählter Dokumente; exemplarische Untersuchung der Wahrnehmungsmuster zur Werbung bei ausgewählten Zielgruppen orientiert an den Stufen der Werbewirkung (AIDA) (vgl. Bruhns 2009).

Die Evaluation der regionalen (Beratungen, Netzwerktreffen, Informationsveranstaltungen) und sachsenweiten (Tagungen, Projektbeirat) Netzwerkarbeit wird mit den Konzepten der Netzwerkforschung durchgeführt. Die  empirischen Erkenntnisse qualitativer und quantitativer Netzwerkanalysen ermöglichen eine Charakterisierung der Arbeitsweise verschiedene Netzwerktypen und ihrer Potentiale hinsichtlich der Einflussnahme auf die Arbeit von Organisationen (Entwicklung von Regelungen, Qualifizierung, Übernahme von Standards usw.)? Für die Untersuchung der Netzwerkaktivitäten beziehen wir uns auf die systemtheoretische Netzwerktheorie (Luhmann 1997, Tacke 2001) und die Erkenntnisse der Netzwerkforschung und -evaluation (vgl. Stegbauer 2008, Jansen 2006). Soziale Netzwerke generell aber auch die hier intendierten institutionellen Netzwerke zwischen verschiedenen Einrichtungen definieren wir als einen Kommunikationszusammenhang (Albrecht 2008). Dieser entfaltet sich zuerst zwischen konkreten Personen. Es entstehen Beziehungsgefüge, die nicht durch formale Regeln wie in einer Organisation steuerbar sind, sondern ihren Platz auf einem Kontinuum zwischen formellen und informellem Handeln einnehmen. So gibt es im Projektzusammenhang koalpha (a) die initiierten, strategischen „sichtbaren“ Netzwerkgruppen mit ihren standortbezogenen Arbeitsformen und (b) die informellen, meist „unsichtbaren“ Beziehungen zwischen Personen und Organisationsvertretern. Es wird davon ausgegangen, dass durch einen Co-Evolutionsprozess, indem es zur immer besseren Kenntnis der Adressen und seiner Potenziale kommt, eine immer größere Erwartbarkeit in Bezug auf gegenseitige Leistungserbringung und aber auch eine Bewältigung von komplexen (interdisziplinären) Aufgaben ermöglicht wird. Wir konzipieren eine Untersuchung, die zu informellen und formellen Informations- und Kommunikationsstrukturen Erkenntnisse generieren kann. In diesem Sinne interessieren uns die einzelnen Dyaden (die Zweiereinheit als Grundelement von Vernetzung) und deren Verknüpfung untereinander und in das Umfeld.

(2) Der zweite Aufgabenbereich beschäftigt sich mit Qualitäts- und Professionalisierungsfragen ausgehend von der Etablierung von Qualitätsstandards für die esf-Kurse, Informations- und Schulungsveranstaltungen, Tagungsveranstaltungen. Die entwickelten und in Erprobung befindlichen Qualitätsstandards werden eine fachliche und erfahrungsorientierte Bewertung durch die Nutzergruppen und Fach-Experten erfahren. Informations- und Schulungsveranstaltungen, Tagungen werden anhand von Wissensgenerierungsmodellen evaluiert.  

Die summative Evaluation nimmt eine Einschätzung der Zielerreichung vor und eine Würdigung der Aktivitäten im Zusammenhang der übergeordneten Leitziele der Verbesserung der Integrationsmöglichkeiten für Menschen mit Schriftsprachproblemen und der Weiterentwicklung der Alphabetisierungs- und Grundbildungsarbeit in Sachsen.

Vorträge

Schneider Johanna (2012): Analphabetismus hier in Deutschland?! Veranstaltung des SPD Ortsverbandes Bautzen, 15-5.2012.