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FAMJA - Das System Familie in der Mobilen Jugendarbeit

FAMJA möchte untersuchen, welche Chancen und Konsequenzen sich aus der Arbeit mit jungen Eltern für die Mobile Jugendarbeit ergeben.

Laufzeit: November 2012 - Februar 2013


Ausgangslage

Die Mobile Jugendarbeit (MJA) richtet sich an junge Menschen (= Adressat_innen), die von den einrichtungszentrierten Angeboten der Jugend- und Jugendsozialarbeit nicht erreicht werden bzw. welche diese ablehnen. In den letzten Jahren sind zwei neue Phänomene zu beobachten: Die Adressat_innen werden selbst Eltern, d.h. MJA muss junge Menschen in der Elternrolle beraten und stärken. (1) und die Arbeit mit den Eltern der Adressat_innen wird notwendig, um die Lebensverhältnisse in den Familien zu verbessern. (2) Bisher war die Mobile Jugendarbeit auf dem Gebiet Elternarbeit aber wenig präsent gewesen. Ziel des Projekts ist es daher zu eruieren, ob sich die MJA auch der Arbeit mit Eltern/ Familien zuwenden soll. In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, wie sich MJA weiterentwickeln und qualifizieren kann, um mit den veränderten Adressat_innen umgehen zu können. Dies wiederum zieht auch eine Überprüfung und ggf. Überarbeitung geltender Fachstandards nach sich. Die wissenschaftliche Begleitung des Projekts versucht die Ursachen zu identifizieren und zu beschreiben, die dazu führen, dass das System Familie zur Handlungsaufgabe für die MJA geworden ist bzw. wird.

Kooperationspartner

Neben dem LAK Mobile Jugendarbeit Sachsen e.V. wirken auch vier ausgewählte unterschiedliche Träger im FamJA Projekt mit: MJA Plauen e.V., Mobile Jugendsozialarbeit Zwickau – Land, Team Nord (Gemeinsam Ziele Erreichen e.V.), MJA Innenstadt Chemnitz (AJZ e.V.) und Sofa 9 Stadtteilprojekt (Roter Baum e.V., Dresden).

Methode und Ergebnisse

Methoden: Inhaltsanalyse, ExpertInneninterviews (Leitfaden), Gruppendiskussion, Onlinebefragung.

In einem ersten Schritt wurden mittels Inhaltsanalyse der Konzepte der vier ausgewählten Träger sowie Experteninterviews mit den Fachkräften und Gruppendiskussionen mit den Adressat_innen erste Hypothesen generiert. Diese sollen dann in einem zweiten Schritt mittels einer online gestützten Vollerhebung bei allen Fachkräften der MJA in Sachsen komplementiert und überprüft werden.

Erste Ergebnisse zeigen, dass sich die Arbeit mit Eltern von Adressat_innen nicht verändert hat, auch wenn die Eltern, nach Beobachtungen der Fachkräfte, die Arbeit der MJA stärker als früher wertschätzen. Allerdings hat die Arbeit mit jungen Eltern in den letzten Jahren stark zugenommen. Eine Ursache wird darin gesehen, dass die Jugendlichen die Fachkräfte als kompetente Ratgeber erfahren haben und als junge Eltern erneut den Kontakt zur MJA suchen. Niederschwelligkeit, nicht sanktionierende, universelle, und weiter vermittelnde Beratung werden als Ursachen für eine Exklusivität der MJA in der Beratung von jungen Eltern in prekären Lebenssituationen gesehen.

Allerdings stellt sich von administrativer Seite die Frage, ob sich MJA zukünftig als neue Institution im Themengebiet Elternschaft etablieren sollte. Eine Öffnung der MJA für junge Eltern bleibt aber für die Grundsätze der MJA nicht folgenlos: Sobald eine Kindeswohlgefährdung erkennbar wird, müsste in einem solchen Fall aufgrund der gesetzlichen Lage der parteiliche Ansatz für den Jugendlichen aufgegeben werden.