"Christenlehre“ für die Zukunft – Eine evidenzbasierte und situationsorientierte Konzeptionsentwicklung für die Arbeit mit Kindern im Kontext von Kirchgemeinden

Hintergrund:

Das kirchlich-traditionsstarke Bildungsformat „Christenlehre“ ist seit ca. 30 Jahren (Wiedereinführung des Religionsunterrichts; freizeitpädagogische Pluralisierung nach der sog. Wende) in eine pädagogische, religionsdidaktische und institutionelle Sinnkrise geraten. Die Zahl angemeldeter Kinder ist in der sächsischen Landeskirche von ca. 60.000 (1989) auf 20.000 (2004) zurückgegangen, hat sich jedoch seitdem auf diesem Niveau ungefähr eingependelt. Befragungen in der EKBO (Akremi/Merkel 2014), aus dem Comenius-Institut (Greier et al. 2018. 2020) und dem LKA der EVLKS (2019) belegen, dass die gemeindliche Arbeit mit Kindern in der Christenlehre-Tradition nach wie vor einen prominenten Rang im Leben ostdeutscher Kirchgemeinden einnimmt. Das Projekt analysiert und konzeptionalisiert die Bedingungen der Möglichkeit dafür, dass evangelische Kirchgemeinden im Bewusstsein der historischen Prägungen auch in Zukunft ein kontinuierliches, qualitätsbewusstes Bildungsangebot für Kinder im Grundschulalter vorhalten können.

Forschungsdesign:

Das Projekt nimmt die forschungspragmatische Einsicht auf, dass gemeindepädagogische Grundlagenforschung, wenn sie systemisch in Struktur, Inhalt und Verfahren eng mit der beforschten Realität korrespondiert, bessere Aussichten auf Praxisrelevanz ihrer Ergebnisse hat. Mithilfe der „Dokumentarischen Methode“ (Bohnsack/Nohl) wird in vier Forschungsfeldern ein qualitatives Untersuchungsdesign realisiert, das die Sinnperspektiven der an der Praxis von Christenlehre beteiligten Akteure vor Ort erhebt. Die Erträge werden in einer Projektberatungsgruppe, die aus Wissenschaftlern und Praktiker*Innen zusammengesetzt ist, analysiert und konzeptionell diskutiert.

Ertrag:

Publikation voraussichtlich 2022

Laufzeit:

2017-2022

Projektleitung:

Prof. Dr. Martin Steinhäuser

martin.steinhaeuser@ehs-dresden.de

Sozialwissenschaftliche Beratung:

TU Dresden, Lehrstuhl für Mikrosoziologie, Dr. Tino Schlinzig (inzwischen ETH Zürich)

Finanzielle Unterstützung:

Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens

Wertestarter. Stiftung für christliche Wertebildung, Berlin