Forschungsfelder

Bildung und Erziehung in der Kindheit

Forschung im Bereich der außerschulischen Bildung und Erziehung in der Kindheit hat in den vergangenen Jahren an Profil und Bedeutung gewonnen. Die politi­schen und fachlichen Entwicklungen im Feld der Kindheitspädagogik verlangen nach neuen Konzepten und Strukturen und werfen neue Fra­gestellungen auf. Neben Kindertages­einrichtungen werden verstärkt andere Handlungsfelder der Kinder- und Jugendhilfe, in denen Kinder mit ihren Eltern anzu­treffen sind, in den Blick genommen. Darüber hinaus werden generalistische Frage­stellungen hinsichtlich der Professionsentwicklung und Professionalisierung verfolgt. Im Kontext von Kindertageseinrichtungen beschäfti­gen sich an der ehs und im apfe-Institut durchgeführte Forschungen bspw.

  • mit Potenzialen und Handlungsmöglichkeiten in der pädagogischen Ar­beit mit sozial benachteiligten Kindern und Familien,

  • mit ge­schlechtsspezifischen Aspekten erzieherischen Handelns,

  • mit den Anforderungen an die Qualität, deren Sicherung und Entwicklung bei Leitungen und Trägern,

  • mit dem Wohlbefinden von Kindern unter drei Jahren und einer damit verbun­denen Interaktionsqualität im Kontext eines komplexen Systems zur bedarfsorientierten Qualitätsentwicklung,

  • mit der besonde­ren Bedeutung von Gruppen (resp. des Gruppen­managements) in der pädagogischen Praxis oder auch

  • mit den besonderen Kompetenzen von Leitungen zur Organisation und Führung von multiprofessionellen Teams im Be­reich der Kindheitspädagogik.

  

Soziale Arbeit und Jugendhilfe

Die Jugendhilfe stellt sich als breit gefächertes Arbeitsfeld innerhalb der Sozialen Ar­beit und der Kindheitspädagogik dar. Diskussionen der jüngsten Vergangenheit z. B. um die fachliche Qualifikation sowie die angemessene Personalausstattung in Jugendäm­tern, anderen Einrichtungen in öffentlicher Trägerschaft, bei freien und privaten Trä­gern der Jugendhilfe, Fragen der öffentlichen Verantwortung für das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen und nach gesellschaftlicher Integration von chancenarmen Jugendlichen prägen auch die auf die Jugendhilfe bezogene Forschung.

So konzent­rieren sich bspw. empirische Analysen der institutionellen Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe auf die institutionellen und organisatorischen Voraussetzungen fachlichen Handelns. Auf diese Weise nicht nur geraten pädagogische Arbeitsformen (Gruppenarbeit, Beratung etc.), sonder auch bürokratische Entscheidungsprozesse, die Umsetzung rechtlicher Vor­gaben, die Verfahren der Beteiligung von Adressat_innen und die Kooperationsbe­ziehungen in das Zentrum der Aufmerksamkeit.

Gesundheit, Altern und Pflege

Demographischer und epidemiologischer Wandel, aber auch der technologische Wan­del erfordern vertiefte und verbesserte Antworten, um die Lebensqualität und Selbst­bestimmung kranker und pflegebedürftiger Menschen jeden Alters zu erhalten und zu fördern. Forschungsschwerpunkte sind daher:

Klinische Pflegeforschung: Hier steht die Erforschung von geeigneten Ansätzen zur Diagnostik von Schmerz bei älteren Menschen, Menschen mit Demenz und mit Delir, sowie angepasste Interventionen im Mittelpunkt. Besondere Kompetenzen haben die Forscher_innen der ehs im Bereich von kommunikativ/kognitiv eingeschränkten Pati­enten. Darüber hinaus werden Ansätze zur Delirminimierung, zur Bewegungsförderung und zur Intervention bei herausfordernden Verhaltensweisen bei Menschen mit De­menz adressiert.

Versorgungsforschung: Die Weiterentwicklung der geriatrischen Versorgungsstrukturen sowie Möglichkeiten der Kommunalentwicklung unter aktiver Par­tizipation älterer Men­schen tragen zur Strukturentwicklung bei. Ein wichtiger Interes­senschwerpunkt liegt außerdem im Bereich der Entwicklung und Evaluation alternativer Wohn- und Pflege­formen für ältere Menschen.

Versorgungsstrukturen: Die Versor­gung und Betreuung von Menschen mit Behinde­rung steht auch im Kontext der sozia­len bzw. demographischen Veränderungen. Im Rahmen der Weiterentwicklung von Versorgungsstrukturen im Bereich des intensivpä­dagogischen Wohnens für Menschen mit geistiger Mehrfachbehinderung wurde eine Sondierung der Potenziale im Freistaat Sachsen durchgeführt.

Personalgewinnung und Gesunderhaltung: Vor dem Hintergrund des prognosti­zierten Fachkräftemangels in sozialen, pflegerischen und gesundheitsbezogenen Fel­dern wurden auf der Basis bisheriger Forschungen weitere Ansätze des salutogenen Personalmanagements auf die Gesunderhaltung von Mitar­beitenden in personenbezo­genen sozialen Dienstleistungsfeldern geprüft. Im Rahmen von Projekten zur partizipativen Gesundheitsförderung von Pflegekräften steht im Moment die erste deut­sche Studie zur Situation von Pflegenden mit berufli­chen und privaten Pflegeaufgaben (Double Duty Carers) im Mittelpunkt des Interesses.

Migration, Interkulturalität und Diversität

Diversität unter dem Aspekt interkultureller Beziehungen und Begegnungen erscheint als wesentlicher innovativer Faktor moderner Gesellschaften. Dieser Bereich wird hin­sichtlich seiner Potentiale, Gestaltungsmöglichkeiten und -probleme erforscht. Hierzu zählen insbesondere wissenschaftliche Begleitungen und Evaluationen internationaler Projekte und regionaler Modelle der Diversität. Der Komplex der Migration erfährt ex­plizite Aufmerksamkeit unter sowohl strukturellen als auch individuellen bzw. gruppen­bezogenen Fragestellungen. Als Beitrag zur Bewältigung der derzeitigen Flüchtlings­bewegungen werden insbesondere die Bereiche Flüchtlingssozialarbeit und Gesund­heit von Flüchtlingen bearbeitet.

Diakonie