BediRa-Blog

An dieser Stelle berichtet das Projekt-Team von BediRa-Veranstaltungen und Erfahrungen mit digitaler Lehre an der ehs.

Was haben Sie für Erfahrungen mit der digitalen Lehre und Hochschuldidaktik gemacht? Welche Tools setzen Sie am liebsten ein oder möchten Sie gern weiterempfehlen? Schreiben Sie uns an projekt.bedira@ehs-dresden.de! Gern veröffentlichen wir Ihre Berichte und Empfehlungen hier und an anderer geeigneter Stelle.

Virtual Summer Barcamp "Building Bridges - Promoting Relationships in Digital & Hybrid Higher Education"

21. Juli 2022

Lange angekündigt, war es am 21. Juli 2022 endlich soweit: Unser Virtual Summer Barcamp „Building Bridges“, mit dem wir das Kernthema unseres Projekts - Beziehungsgestaltung in der digitalen und hybriden Lehre - mit der Hochschul-Community diskutieren wollten! Es war eine große Freude, mit über 40 Teilgebenden aus vielen Teilen Deutschlands und sogar aus Rumänien, Österreich und den USA in 11 spannenden Session-Beiträgen zusammenzukommen. Dank der Vielfalt der eingebrachten Themen und der Offenheit der Teilgebenden für das Format ist das Barcamp zu einem inspirierenden und bereichernden Austausch auf Augenhöhe geworden - daher ein großes Dankeschön an alle, die mitgewirkt haben! Hier noch einmal die Themen der Beiträge:

 

Die Lehre von kritischer Reflexionskompetenz im digitalen Raum im Rahmen des dualen Studium der Sozialen Arbeit an der Berufsakademie Wilhelmshaven (Impulsvortrag, Nicole Weydmann | Stefanie Kretschmer | Kirsten Witte, BA Wilhelmshaven)

H³ - HyFlex, HighTech & HighTouch (Impulsvortrag, Marlene Jänsch | Susanne Bauer, Hochschule Fulda)

Bridging borders - cooperating digitally, internationally (Session 1 / Theory) (Katharina Schmitt, TU Dresden)

Students as Partners - Grenzen und Chancen der aktiven Einbindung Studierender in die Gestaltung der Hochschule (Diskussionsforum, Julia Kleppsch, ehs Dresden | Sylvia Schulze-Achatz, BA Dresden)

Beziehungsarbeit im digitalen Raum in Beratungskontexten (Videovortrag & Diskussion, Jennifer Burghardt | Ann Marie Wester | Mara Stieler, TH Nürnberg)

Bridging the gap: Building participation through collaborative, digital tools (Session 2 / Hands-on-Workshop) (Katharina Schmitt, TU Dresden)

Körper-Achtsamkeit nutzen, um wirkliche Begegnung auch im digitalen Raum zu ermöglichen! (Workshop, Valentin Kannicht)

Digital Streetwork - Chancen und Möglichkeiten (Impulsvortrag, Eike Müller, Bayerischer Jugendring)

Encounter and Exchange - Chances and limitations of a international online lecture series on social work to promote international relationship building among students and scholars (Diskussionsforum, Johannes Kloha, TH Nürnberg | Cosimo Mangione, TH Nürnberg | Sarah Collins, Concordia University Wisconsin, USA)

Der Einbezug von Praxispartner*innen in digitalen Lehrveranstaltungen der Sozialen Arbeit - Chancen und Herausforderungen (Videovortrag & Diskussion, Laura Stach, TU Dortmund)

Mini-Workshop Relaxation/Body awareness (Valentin Kannicht)

 

Dazu gab es eine inspirierende und programmatische Keynote von Franziska Wächter (ehs Dresden) und Rebecca Ranz (Sapir College, Israel), The Digital „Third“ Space, und einen ermutigenden Abschlussvortrag zum Thema Verstetigung von Digitalisierung an der Hochschule von Anne Jantos (TU Dresden). Sehr gefreut hat uns auch die Beteiligung von studentischen Vertreter:innen verschiedener Hochschulen, die sich aktiv an den Diskussionen beteiligt haben.
Alle Ergebnisse, Videos, Präsentationen, Tweets und Feedback haben wir in einem Padlet zusammengestellt :-) (s.u.). Zur weiteren Ergebnissicherung werden wir verschriftlichte Beiträge vom Barcamp in einem Sammelband in der Reihe ehs-Forschung herausgeben.

Hier einige visuelle Impressionen vom Barcamp:

 

 

Mit Padlet erstellt

Teilnahme an der EduLearn22

4.-6. Juli 2022

Wo könnte man vielfältigere Impulse für ein digitales Hochschulentwicklungsprojekt erhalten als bei einer großen internationalen Konferenz? Die Möglichkeit, als BediRa-Teams an der EduLearn22 teilzunehmen, hat uns daher sehr erfreut! Die 14. internationale Konferenz für Bildung und neue Lerntechnologien konnte nach zwei Jahren im Online-Format endlich wieder in Präsenz stattfinden und zwar im sonnigen Palma de Mallorca 8-)

Es war aber sicher nicht nur die attraktive Location, die fast 600 Bildungsexpert:innen aus 55 Ländern dort zusammenbrachte... Insgesamt wurden 370 Fachvorträge und neun interaktive Workshops angeboten! Zudem gab es zahlreiche Möglichkeiten zur Vernetzung und ein Virtual Programme, die sich ebenfalls sehen lassen konnten. Schwerpunkte der EduLearn22 waren: Digital & Distance Learning, Digital Transformation of Education, Innovative Educational Technologies, Active and Student-Centered Learning, Assessment, Mentoring & Student Support, Educational Stages and Life-Long Learning, Quality & Impact of Education, Teacher Training and Educational Mangement, STEM Education, Discipline-Oriented Sessions, Language Learning and Teaching, Inclusion and Multiculturality.

Das BediRa-Team hatte somit die Qual der Wahl... Entsprechend unserer Projektziele informierten wir uns vorrangig zu Forschungs- und Projektergebnissen zu Flipped/Blended/Hybrid Learning, studentischer Partizipation, 21st Century Skills (u.a. Digital & Media Literacy, kritisches Denken), Studierendenmotivation, Virtual Exchange und internationaler Kooperation, digitalen Lerntechnologien und Learning Communities.

Mit vielfältigen neuen Erkenntnissen, Eindrücken und Lust, Neues in unserem Projekt auszuprobieren, ging die EduLearn22 nach drei intensiven Tagen für uns wieder zu Ende.

Übrigens: Die drei inspirierenden Keynote Speeches zur Zukunft von Lernräumen (Stephen Heppell), zu Künstlicher Intelligenz und Bildung (Wayne Holmes) sowie zu "Long Life Learning" (Michelle R. Weise) können hier noch einmal angeschaut werden.

Gesine Seymer

 

 

Keynote "Long Life Learning: Preparing for Jobs that Don't Even Exist Yet" von Michelle R. Weise © G. Seymer
© G. Seymer
vor der Kathedrale in Palma © G. Seymer
im Workshop "Media Literacies: The 21st Century Survival Skills that can Change the World" von Julie Smith ;-) © G. Seymer
Ausblick aus dem Konferenzzentrum in Palma de Mallorca © G. Seymer

BediRa goes Berlin...

Team-Workshop, 23.-25. Mai 2022

Nachdem die Arbeit des BediRa-Teams und des studentischen Think-Tanks seit Projektstart über acht Monate überwiegend remote stattgefunden hat, war es uns wichtig, uns für die weitere Projektplanung und einen Blick über den Tellerrand einmal live und "leibhaftig" auf gemeinsame Klausur zu begeben. Für unseren dreitägigen Team-Workshop fanden wir in Berlin das passende, anregende Umfeld ;-)

Inhaltlich befassten wir uns beim Team-Workshop mit:

  • Gruppendiskussionsverfahren, um im Herbst selbstständig Interviews mit Studierenden und Lehrenden der ehs führen zu können, bei denen Daten zur Wahrnehmung der digitalen Lehre und der Beziehungsarbeit im digitalen Raum erhoben werden,
  • einer ersten Auswertung der Studierendenbefragung zur digitalen Lehre, die BediRa im März/April 2022 durchgeführt hat. Dabei wurde auch eine Ideensammlung angelegt, wie auf die identifizierten Bedarfe reagiert werden kann. Dies betraf v.a. Angebote für die Schulung der Digital- und Medienkompetenz bei Studierenden und Lehrenden und Maßnahmen gegen die gesunkene Interaktionsqualität und den Verlust persönlicher Kontakte in der digital gestützten Lehre,
  • den virtuellen Lehrkooperationen, die BediRa seit Sommersemester 2022 in Kooperation mit der EH Freiburg und der KHSB Berlin durchführt,
  • der Veranstaltungsplanung, insbesondere dem für den 21. Juli 2022 geplanten virtuellen Barcamp "Building Bridges - Promoting Relationships in digital & hybrid higher education",
  • nicht zuletzt Team-Building-Aktivitäten und Feedback zur Arbeit im Projekt.

Außerdem nutzten wir die Gelegenheit, um die Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB) und die Evangelische Hochschule Berlin (EHB) kennenzulernen und mehr über unsere Partner-Projekte SOLC und PoDiZ zu erfahren. Beide werden ebenfalls von der Stiftung für Innovation in der Hochschullehre gefördert.

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An der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin wurden wir herzlich von SOLC-Mitarbeiter:innen Rike Braden (Projektkoordinatorin), Robert Karpinski (wiss. Mitarbeiter für IT und Medien) und Saskia Heurich (studentische Mitarbeiterin) empfangen und auf einen Campusrundgang eingeladen. Das lichtdurchflutete Gebäude mit Stilelementen der Bauhausarchitektur beherbergte ursprünglich das St. Antonius-Krankenhaus, das 1930 als eins der modernsten Krankenhäuser Berlins eingeweiht wurde. Dreh- und Angelpunkt von SOLC ist der Aufbau eines virtuellen Campus. Über eine grafische Oberfläche lässt sich die gelungen nachgebildete Hochschule per Avatar virtuell erkunden. Dank einer gelungenen Integration der bestehenden Learning-Management- und Videokonferenz-Systeme sowie verschiedener Informationsangebote soll ab dem WS 2022/23 die digitale Lehre ein zentrales Zuhause finden. Die spielerische Gestaltung unterstützt außerdem die Vernetzung und den (informellen) Austausch zwischen allen Hochschulangehörigen. Und das ist noch nicht alles: Geplant ist zudem die Integration eines virtuellen Check-In-Angebots für Studieninteressierte und Erstsemester sowie Online-Sprechstunden der Service-Einheiten der Hochschule. Grundlage für den virtuellen Campus ist die Open-Source-Software WorkAdventure. Der partizipative und kreative Ansatz für die Gestaltung des virtuellen Hochschulcampus und die datensichere und nachhaltige Umsetzung haben uns alle enorm beeindruckt und fast ein wenig neidisch werden lassen ;-)

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Beim abschließenden Besuch der Evangelischen Hochschule Berlin wurden wir sehr freundlich von der E-Learning-Beauftragten Kerstin Böhm empfangen und über den Campus in Berlin-Zehlendorf geführt. Dabei erfuhren wir Interessantes aus der langen Geschichte der EHB (mit dem Gründungsjahr 1904 ist sie eine der ältesten Bildungsorte für soziale Berufe in Deutschland), von dem neueingerichteten SkillsLab der Hebammenwissenschaften und auch von der Erfolgsserie Das Damengambit, die teilweise im Audimax der Hochschule gedreht wurde 8-)

Daran schloss sich ein Gespräch mit dem Studiengangsleiter für Soziale Arbeit, Prof. Dr. Sebastian Sierra-Barra, zu (digital gestützten) Kooperationsmöglichkeiten in der Lehre an. Trotz aller Herausforderungen angesichts unterschiedlicher Studienzeiten und Modulinhalte sowie dem derzeitigen Wunsch nach einer weitgehenden Rückkehr in die Präsenzlehre aufseiten der Dozierenden, werden wir weiter Ansätze verfolgen, um synergetische Lehrkooperationen und die Vernetzung unserer Studierenden ermöglichen, z.B. in Form von geöffneten digitalen Lehrangeboten und verzahnten Projekt- und Forschungstagen. Last but not least tauschten wir uns intensiv mit den Mitarbeiterinnen des Projekts PoDiZ - Potentiale der Digitalisierung nutzen. Zukunftsfähige EHB aus. Im Vordergrund des Projekts steht die Entwicklung einer Digitalisierungsstrategie entlang des Student-Lifecycle-Managements der Hochschule und die Entwicklung und Umsetzung digitaler Formate für die Bachelor-Studiengänge Hebammenwissenschaft und Kindheitspädagogik. Eindrücklich stellten uns Kerstin Nitsche (Teilprojekt DigiKiPäd), Denise Rietzke (Teilprojekte ehb.DIGITAL & DigiHeb) und Sarah Bernhardt (DigiHeb) ihre Vorhaben zur Herstellung von Partizipation, Zielgruppenorientierung und Transparenz im Projekt vor.

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Wir danken den Kolleginnen und Kollegen beider Hochschulen für die spannenden, vielfältigen Einblicke in ihre Arbeit, in die offene Diskussion der spezifischen Herausforderungen von Digitalisierungsprojekten konfessioneller Fachhochschulen und in die inspirierenden Lösungsansätze, die sie verfolgen! Wir freuen uns sehr auf die weitere Kooperation :-D

Gesine Seymer

Workshop im Evangelischen Diakonieverein in Berlin-Zehlendorf © G. Seymer
zusammen mit Kerstin Böhm, der E-Learning-Beauftragten der EHB (Mitte) © G. Seymer
Teamwork - mal nicht vor dem Bildschirm... © G. Seymer
im SkillsLab der Hebammenwissenschaften der EHB © G. Seymer
an der KHSB in Berlin-Karlshorst © N. Weimann-Sandig
das BediRa-Team an der EHB :) © K. Böhm
mit dem SOLC-Team im neueingerichteten Aufzeichnungsraum für Lehrvideos an der KHSB © R. Braden

Gründungstreffen des Wissenschaftlichen Beirats

25.04.2022

Ganz im Sinne eines Digitalisierungsprojekts fand natürlich auch die erste Beiratssitzung digital statt. BediRa wäre aber nicht BediRa, wenn wir unsere Beiräte nicht auf eine ganz besondere Plattform eingeladen hätten. Und so trafen die Beiräte und Projektmitarbeitenden dann auch am Nachmittag des 25.04.2022 nach und nach schmunzelnd auf der Plattform SpatialChat ein und genossen die virtuellen Croissants.

 

Die Auftaktsitzung eines Wissenschaftlichen Beirats ist für ein Projekt immer besonders wichtig, schließlich möchte man die Beiratsmitglieder ja vom positiven Fortgang des Projektes umfassend überzeugen. Und so war unsere Agenda auch reichlich gefüllt mit den jeweiligen Projektetappen, die wir seit dem Arbeitsbeginn im September 2022 bereits meistern konnten. Diese Etappen wurden den Beiratsmitgliedern als virtuelle Begehung über ein Padlet zugänglich gemacht, das wir komfortabel in SpatialChat einbetten konnten. In der Galerie begingen wir dementsprechend gemeinsam die einzelnen Projektbausteine und die Beiratsmitglieder konnten sich im Nachgang noch in besonders interessante Projektfelder einlesen.

 

 

 

Diskussionen zum Students as Partners-Ansatz im Wissenschaftlichen Beirat

Auf besonderes Interesse der Beiratsmitglieder stieß der Ansatz "Students as Partners" (SaP), den wir im BediRa-Projekt leben und natürlich auch in die gesamte Hochschule hineintragen wollen. Tatsächlich steht im Mittelpunkt des BediRa-Projektes die Schaffung einer neuen Lehr-Lernkultur im digitalen Raum, welche mit dem Habitus des Überstülpens von Wissens durch Lehrende bricht und die Perspektiven von Students as Partners aufgreift. Was sich in der Präsenzlehre schon als herausfordernd zeigt, wird durch fehlende Erfahrungen des Aufbaus reflexiver Beziehungsarbeit im digitalen Raum noch verstärkt. In der Diskussion mit den Beiratsmitgliedern wurde deutlich, dass gerade auch auf kritischen Rückmeldungen von Studierenden, die sich durch den students as partners-Ansatz überfordert fühlen, sensibel eingegangen werden muss. Tatsächlich erleben wir nach 1,5 Jahren Corona-Lehre, dass die ganzheitliche Bedeutung des SaP-Ansatzes (vgl. Matthews 2016) aufgrund der Belastungen in den Hintergrund tritt, was nicht ohne Folgen für die Qualität der Lehre bleibt.

Deutliche Empfehlungen der Beiratsmitglieder gab es auch mit Blick auf das Formulieren klarer Regeln für den students as partners-Ansatz (Cook-Sather, Bovill, & Felten: 2014) sowie die Notwendigkeit einer hochschulweiten Diskussion. Studierende zeigten sich nach Meinung der Beiratsmitglieder dann besonders verwirrt, wenn sie in einigen Veranstaltungen partnerschaftlich einbezogen würden und in anderen ein starkes Hierarchiegefälle erlebten. Letztlich ziele students-as-partners auf eine Veränderung der Hochschulkultur ab. Ebenso gab es die Empfehlung, Kontakt zu Universitäten und Hochschulen aufzunehmen, welche den SaP-Ansatz bereits fest etabliert haben.

Nina Weimann-Sandig

 

 

 

 

 

Beziehungsarbeit im digitalen Raum - neue Videokonferenztools schaffen mehr Interaktivität!

11.02.2022

Nach nunmehr drei Corona-Semestern wissen wir: Die so genannten flachen Austauschformate und Plattformen wie Zoom helfen uns zwar, die Lehre weitgehend störungsfrei durchzuführen, aber wirkliche Interaktion entsteht durch sie nicht! Die Lust der Studierenden, jeden Tag auf Zoom-Kacheln zu starren, hat gerade in diesem Semester deutlich gelitten. Generell sind die gängigen Videokonferenztools wie Zoom, Big Blue Button, Webex oder Microsoft Teams alle ähnlich aufgebaut.  Es gibt Videokacheln, die Teilnehmenden können sich also gegenseitig sehen und hören, ebenso auch die Möglichkeit Dokumente über Screen Sharing zu teilen, auf Whiteboards zu arbeiten oder in Breakout Sessions zu gehen. Tatsächlich sollte man diese Möglichkeiten keinesfalls schmälern, denn sie tragen erheblich zu einer guten Organisation der digitalen Lehre seit Beginn der Corona-Pandemie bei. Aber eines leisten diese Tools nicht: Zum einen kann man sich nicht frei im digitalen Raum bewegen und andererseits werden die Sinne nur sehr einseitig angesprochen und zum Teil auch überreizt. Das Starren auf die Kacheln ohne jegliche Mobilität führt nach einigen Stunden bei vielen Studierenden und Lehrenden zu Augen- und Kopfschmerzen. Ebenso berichten gerade Studierende auch davon, sich zu sehr beobachtet zu fühlen. Grund genug für das Team von BediRa, sich auf die Suche nach neuen Plattformen und digitalen Austauschwelten zu machen, die die Sinne der Studierenden vielfältiger anregen und auf diese Weise wieder mehr Spaß an der Lehre aufkommen lassen. Ausprobiert – und für gut befunden – haben wir beispielsweise Gather.town. Wie der Name schon sagt, handelt es sich um einen virtuellen Tummelplatz für Projektmeetings, aber auch für Seminare. Gather.town ist einerseits ein Videokonferenztool mit allen gängigen Features, anderseits taucht man in eine virtuelle Welt ein, in der man sich mittels Avatar frei bewegen kann. Gather.town bietet neben größeren Meetingräumen auch so genannte Private Spaces, in die man sich für Einzel- oder Kleingruppengespräche zurückziehen kann. Ebenso gibt es aber auch Arbeitsplätze, die man nutzen kann, wenn Studierende Einzelarbeitsaufträge und Recherchearbeiten durchführen. Besonders witzig und für die Studierenden wichtig ist aber der Socializing-Aspekt. In gather.town können die Teilnehmenden zusammen Spiele spielen und sich so auch eine Auszeit vom Lernen und Arbeiten nehmen. Oder aber man trifft sich für eine gemeinsame Pause an der Kaffeebar und nutzt diese Zeit, um endlich mal über andere Themen als Corona und Studium zu sprechen. Eine erste Gruppe von Studierenden hat Gather.town ausprobiert. Die übereinstimmende Meinung: Die Sinne werden ganz anders angesprochen, weil hier auch die emotionale Ebene berücksichtigt wird. Bereits die bunte Oberfläche und die Möglichkeit, den eigenen Avatar nach individuellen Wünschen zu gestalten, lässt ein Freude aufkommen. Das Bewegen der Avatare auf dem Meetingfeld schafft neue Begegnungsräume, denn auf gemeinsamen Wegen kann man sich ganz individuell unterhalten. Ein weiterer Nebeneffekt: Die Pausenzeiten haben die Studierenden tatsächlich zusammen verbracht und sich nicht – wie bei Zoom – ausgeklinkt. Natürlich gab es auch erste Anlaufschwierigkeiten: Der Zugang zu Gather.town scheint am besten am Computer und mit Browsern wie Firefox oder Chrome zu funktionieren. Beim Handy war die Auflösung sehr schlecht, beim Tablet hatten Studierende Probleme, Zugriff auf unser Lab zu erhalten. Aber insgesamt waren sich alle einig: Soviel Spaß hatten wir im Seminar lange nicht!

Nina Weimann-Sandig

Es weihnachtet sehr – auch im BediRa-Projekt

17.12.2021

Auch wenn es uns immmer wieder traurig macht, dass wir uns derzeit nicht „live“ sehen können, ein digitales Hochschulentwicklungsprojekt kann das nicht stoppen! Und so haben wir auch unsere Weihnachtsfeier in den digitalen Raum verlegt und hatten – wie man an den nachfolgenden Fotos sehen kann – sichtbar viel Spaß! Wir haben die Gelegenheit genutzt, um gemeinsam neue tools auszuprobieren und zum Glück haben wir mit Gesine Seymer eine wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt, die niemals müde wird, sich auf die Suche nach ansprechenden Tools zu begeben. Gelandet sind wir schließlich auf der Plattform „Wonder“ – ein wirklich schönes Tool, um in der Gruppe gemeinsam neue Dinge auszuprobieren. Nicht zuletzt sorgte auch die weihnachtliche Animation (eine Schneeballschlacht im digitalen Raum wird Wirklichkeit!) für gute Stimmung.

Als eine erste weihnachtliche Aufgabe erstellten wir dann zusammen über „Strange Garden“ gemeinsam eine Weihnachtscollage mit Dingen, die uns an Weihnachten wichtig sind. Nicht nur das Knipsen der Objekte, sondern auch die Anordnung der Collage und das Rätseln um die Bedeutung der Weihnachtsobjekte sorgte für Heiterkeit, sondern auch die Tatsache, dass manche die Kamera dann doch eher auf sich selbst richteten….

Unser großer Weihnachtsausflug ging dann aber in einen digitalen Escape-Room. Hier assistierten wir Sherlock Holmes bei der Aufklärung eines Kriminalfalls am Set eines Filmdrehs in L.A. Natürlich konnten wir nur als Team gemeinsam alle Aufgaben lösen und legten uns dementsprechend ins Zeug. Am Ende schafften wir es dann tatsächlich auch den Täter zu überführen und können uns jetzt zurücklehnen und über die Weihnachtstage etwas verschnaufen. Denn im neuen Jahr haben wir viel vor in BediRa.

Nina Weimann-Sandig

 

Auftakt-Workshop am 15./16. November 2021

17.10.2021

Nach einem ersten Vorstellungs- und Kennenlerntreffen am 7. Oktober kamen Projekt-Team und der frisch gegründete studentische Think-Tank ehs Student Change Makers im November 2021 zu einem zweitägigen Auftakt-Workshop zusammen. Aufgrund der pandemischen Situation fanden beide Formate online statt – was nicht bedeutet, dass nicht auch gemeinsam gezeichnet, gekocht und Musik gehört wurde…

Inhaltlich drehte sich der Workshop um die Ziele und Zielgruppen des Projekts, um die Zukunft der digitalen und hybriden Lehre an der ehs, um Ideen für studentische Partizipation sowie um Chancen und Herausforderungen der Lehre in den letzten, überwiegend digitalen Semestern. Dank des Einsatzes von kollaborativen Whiteboards, Umfrage-Tools und einer digitaler Pinnwand gelang es, einen lebhaften Austausch und einen guten Arbeitsfluss im BediRa-Team herzustellen. Besonders der Perspektivwechsel zwischen Studierenden und Lehrenden sorgte für einige Aha-Erlebnisse und neue Erkenntnisse. Darauf aufbauend sollen als nächster Meilenstein im Projekt alle Lehrenden und Studierenden der ehs im Rahmen einer Lehrevaluation in die Weiterentwicklung der Beziehungsarbeit im digitalen Raum einbezogen werden.

Gesine Seymer