Johannesburg/ Südafrika

Mein Praxissemester habe ich für 6 Monate in Johannesburg/ Südafrika absolviert. Mit Hilfe von Pangaya, eine kostenpflichtige Vermittlung für qualifizierte Praktika im Ausland konnte ich mit der sehr guten Organisation Nisaa – Institute for Women’s Development arbeiten und lernen. Nisaa ist eine Beratungsstelle für missbrauchte und vergewaltigte Frauen und Kinder. Neben dieser Beratungsstelle leitet Nisaa ebenfalls ein Frauenhaus, eine Radiostation und eine HIV-Beratungsstelle für Frauen im naheliegenden Krankenhaus. Letztendlich war ich innerhalb des Semesters in allen Bereichen tätig und hatte schnell meine eigenen Klienten, die ich beraten und begleitet habe. Vorraussetzung sind gute Englischkenntnisse und ein schnelles, selbstständiges Lernen der South African Bill of Rights. Da ich in einem indischen Stadtteil gearbeitet habe, war es außerdem sehr wichtig, mich mit verschieden Religionen und den zusätzlich damit verbundenen Rechten auseinander zu setzten. Südafrika ist ein ethnisch sehr gemischtes Land, in dem Menschen aller Hautfarben leben und das aufgrund dieser Vielfalt oft als Regenbogennation bezeichnet wird. Auch in meiner Arbeitsstelle waren viele, verschiedene Ethnien tätig und umso wichtiger ist es, sich bewusst zu sein, dass die Sozialarbeiterrolle je nach Herkunft ebenfalls unterschiedlich verstanden werden kann. Die Leiterin ist Inderin, welche Psychologie in Kanada studierte und meine Mentorin war Südafrikanerin, die Soziale Arbeit in Schottland studiert hat. Allein von dieser Vielfalt konnte ich sehr viele Dinge lernen, die mich persönlich interessierten und die ich hier nicht hätte erleben können. Andererseits können bestimmte erlernte Sachen, wie das südafrikanische Recht oder kulturell bedingte Argumente in Deutschland kaum angewendet werden.

Gewohnt habe ich in dem Township Soweto, welches mit dem Zug eine halbe Stunde von meiner Arbeitsstelle entfernt war. Auch für die Vermittlung des Wohnortes hat sich Pangaya, je nach meiner Vorstellung des Mietpreises, gekümmert. Dort habe ich mit einer sehr netten Großmutter und ihrer Enkeltochter zusammengewohnt. Leider ist die Kriminalität in Johannesburg immer noch recht hoch und vor allem in Soweto lässt sich erkennen, dass die angeblich abgeschlossene Apartheid in vielen Köpfen immer noch vertreten ist. Dinge die für Weise als gefährlich dargestellt werden, wie z.B. die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder das unbegleitete Ausgehen nach 19Uhr. Einerseits war dies eine gute Übung für mich Toleranz zu zeigen und ohne Vorurteile für mich selbst die Gefahr definieren zu können. Andererseits lohnt es sich, eine Versicherung zu haben, die für mehrere Überfälle aufkommen kann. Die Versicherung über den DAAD war für mich sehr gut und ausreichend.

Meine Praxissemester würde ich jederzeit wiederholen wollen, ich konnte viele ehrliche, lustige, talentierte Menschen kennenlernen und kann es jeder/m empfehlen welche/r offen für Südafrikas Vielfalt ist.

http://www.pangaya.de/

http://www.nisaa.org.za/