Rizsas ist eine Einrichtung die nicht in Vergessenheit gerät

Ein Auslandssemester war vor Beginn meines Studium immer mein Traum, aufgrund der Neugier an verschiedenen Kulturen und Sprachen. Ich stellte mir die Frage, wohin es dieses Mal meine Reise hingehen sollte. Die Antwort fand ich sehr schnell. Mein Praxsissemester sollte in Löwen absolviert werden, dies ist eine belgische Stadt etwa 20 Minuten von Brüssel entfernt. Während meines Urlaubsaufenthalts in Belgien nutzte ich die Chance Rizsas zu besichtigen. Im Februar freute ich mich auf meinen neuen Wohnsitz, was für sieben Monate sein sollte, Löwen die Stadt der Studenten. Aus Urlaub wurde das echte Leben. Für mich war die Situation sehr ungewöhnlich. Die Aufenthalte während meine Urlaube in Belgien, haben mich immer sehr begeistert, die Städte Löwen, Gent und Brüssel, haben mich sehr hingerissen, sehr Gothik sowie auch Charakteristik. Das Volk in Belgien war immer sehr herzlich und offen. Auch während meine sieben Monate Aufenthalt, hat sich mein Bild über Belgien nicht verändert.

Am ersten Tag in Rizsas wurde ich herzlichst empfangen. Der erste Praktikumstag, diente um alle Mitarbeiter sowie auch die Jugendlichen der Einrichtung kennen zu lernen. Doch was ist Rizsas? Rizsas ist für junge Menschen zwischen 12 und 18 Jahren, die keinen Bezug zum normalen Schulsystem mehr finden können. Rizsas ist eine ausgesprochen partizipative Organisation, die zugänglich sein will und jeden Jugendlichen bedingungslos akzeptiert ohne seinen Hintergrund zu kennen. Das Ziel ist, dass Jugendliche in Rizsas "Wurzeln" bekommen können und dass diese weiter wachsen, auch wenn sie Rizsas schon lange verlassen haben. Die in Rizsas hantierte Ausgangsvision basiert auf der sogenannten " Institutionellen Pädagogik". Es basiert auf den Ideen von Fernand Oury. In Rizsas bringen die Begleiter institutionelle Pädagogik in die Praxis. Institutionelle Pädagogik zielt darauf ab, die Begierden und Leidenschaften der Jugendlichen in deren Obhut indirekt zu stimulieren. Oft sind diese unter Apathie versteckt, aber durch das Zeigen, wie es gemacht werden soll, - ohne ihn zu zwingen - bekommen die Begleiter den gewünschten Effekt: Der_Die Jugendliche engagiert sich.

Ich hatte vier Wochen Zeit um in der Kennenlernphase zu sein, die Zeit nutzte ich auch sehr ausführlich, besuchte viele Ateliers und stellte auch viele Fragen. In dieser Zeit hatte ich auch die Möglichkeit mich mit meinen Ideen zu beschäftigen. Dem zu folge entstand mein Konzept für die nächsten fünf Monate. An sich war Rizsas für mich eine Herausforderung aufgrund von mangelnde Erfahrungen mit Jugendlichen und auch der Sprache. Aufgrund der verschiedenen Dialekte der Jugendlichen. Mir würden viele Steine von den Jugendlichen im Weg gelegt, besonders in der ersten vier Wochen. Dank meinem Team habe ich Halt bekommen und konnte somit alle Hindernisse bewältigen. In Rizsas hatte ich die Chance vieles auszuprobieren, wie zum Beispiel wie gehe ich am besten mit Jugendlichen um, wie kann ich die jungen Erwachsenen motivieren im Alltag von Rizsas mit zu gestalten, wie kann ich Konflikte als Ombudsfrau professionell lösen usw. Die gesammelten Beobachtungen konnten im Teammeeting besprochen und reflektiert werden. Je länger ich in Rizsas aktiv war, desto mehr wurde mir anvertraut, mehr Aufgaben und Verantwortung erhielte ich. Während meine Aufenthalt konnte ich viel organisieren und gestalten. Ich habe viel gelernt während dieser Zeit und mich auch verändert. Ich bin froh das ich die Chance hatte in Rizsas aktiv zu sein. Rizsas steckte mit voller Überraschungen, ich wusste nie wie die Jugendlichen an dem Tag wo ich anwesend war drauf sein werden. Abhängig von deren Stimmungen konnten wir unsere Tag gestalten. Jede Secunde in Rizsas konnte den ganzen Tagesablauf ändern. Für mich war es nie langweilig. Ständig eine neue Herausforderung sowie auch Spaß am Arbeiten. In Rizsas konnte ich ich selbst sein!

In meiner übriggebliebenen Freizeit, nahm ich mir jedes Wochenende eine Stadt in Belgien vor. Ich besuchte Gent, Brüssel, Antwerpen, Magellan, Ypres, sowie fünf weitere Städte. Ich lernte die Geschichte von Belgien kennen und auch die Kultur. Neben Städte besuchen, ging ich einmal die Woche zum Schwimmen.

Trotz allem, ich kann hiermit bestätigen, dass meine Aufenthalt in Belgien wert war. Ich lernte viel über den ersten Weltkrieg, kann eine weitere Sprache sprechen, regelmäßig super leckeres Essen gegessen, sowie auch unendlich viel Spaß gehabt. Die Menschen in Belgien sind weltoffen und fast jeder kann Englisch sprechen. Es war es Wert nach Belgien zu gehen. Eine weitere Erfahrung gesammelt die mir keiner wegnehmen kann.

Vielen Dank an den DAAD!

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