Projekte des Internationalen Büro - 2013

Bildung und Erziehung in der Kindheit international studieren

Den achtsemestrigen Bachelorstudiengang „Bildung und Erziehung in der Kindheit international (BEKi)“ gibt es an der ehs seit dem Studienjahr 2012/13. Ziel des Studiengangs ist – wie auch des zugrunde liegenden sechsemestrigen Studiengangs "Bildung und Erziehung in der Kindheit (BEK)" – der Erwerb einer professionellen, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierenden Erziehungs- und Bildungskompetenz für die Altersgruppe null bis zehn. 

Durch den Studiengang BEKi wird eine zusätzliche internationale Vertiefung ermöglicht. In den Studienverlauf integriert ist eine einjährige Studien- und Praxisphase im Ausland an einer Partnerhochschule der ehs in Budapest/Ungarn, Graz/Österreich, Lissabon/Portugal oder Trondheim/Norwegen. Weitere Partnerschaften werden angestrebt. 

Ab dem 1. Semester erfolgt eine intensive Vorbereitung auf die Studien- und Praxisphase im Ausland. Zum Studienprogramm gehören sowohl Lehrveranstaltungen zu Themen wie „Elementarpädagogik im internationalen Vergleich“ oder „Transkulturalität und transkulturelle Kompetenz“ als auch Sprachkurse in der Unterrichts und/oder Landessprache des Ziellandes. Nach der Rückkehr wird die Reflexion der Auslandsphase durch eine spezielle Lehrveranstaltung unterstützt. Während der Zeit im Ausland legt die ehs größten Wert auf einen kontinuierlichen Theorie-Praxis-Transfer. Das Praktikum soll in einer frühpädagogischen Einrichtung absolviert werden, mit der die Partnerhochschule kooperiert, und die Studierenden sollen von Mentor_innen begleitet werden. Vor, während und nach der Auslandsphase werden die Studierenden durch das Internationale Büro der ehs unterstützt. 

Da mit allen Partnerhochschulen ERASMUS-Verträge bestehen, können Stipendien vergeben werden. Außerdem kann Auslands-BAföG beantragt werden. Zum Sommersemester 2013 konnten fünf Studierende des 1.-3. Studienjahres von BEK nach BEKi wechseln und bereiten sich nun auf ihre Studien- und Praxisphase im Ausland vor. 

Der Aufbau des Studiengangs wird noch bis 2015 durch den Deutschen Akademischen Austausch Dienst (DAAD) im Rahmen des Programms Bachelor PLUS aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert. Verantwortlich an der ehs sind Prof. Ivonne Zill-Sahm als Studiengangsleiterin BEK/BEKi und Irene Sperfeld als Projektkoordinatorin.

Abschied von Wolfgang Deichsel aus dem AIK im Dezember

Auf seiner letzten Sitzung im Jahr 2013 verabschiedet der „Ausschuss Internationale Kontakte“ seinen langjährigen Vorsitzenden Prof. Dr. Wolfgang Deichsel. Die Mitglieder des Ausschusses und die Mitarbeiterinnen des Internationalen Büros danken ihm für seinen verlässlichen und beharrlichen Einsatz für die Internationale Arbeit an der ehs! Thank you! Sbasibo! Obrigado!

Wolfgang Deichsel: Die Geschichte der ehs ist auch eine ihrer Internationalisierung. Abschied nehmende Worte zum Ausscheiden aus dem AIK

Nach Neugründung der ehs vor mehr als zwanzig Jahren reisten drei Kollegen und eine Kollegin nach Lettland und Russland, um Kunde davon zu geben, dass in Dresden eine neue Hochschule für Soziale Arbeit im Entstehen und ausländische Studierende herzlich zum Studium eingeladen seien. Zahlreiche Beiträge in diesem Jahrbuch künden davon, dass die Botschaft dort und anderswo angekommen ist, und geben Ausdruck von der Vielfalt des Internationalen an der Hochschule. Die Erweiterung der Hochschulaktivitäten über die regionalen und nationalen Bezüge hinaus in den geografischen Weltraum hinein schafft Komplexität, die nach schwerpunktsetzenden Kriterien für Internationalisierungsstrategien verlangt. Diese sind von der Tradition an der ehs, ihrem Leitbild und ihrer Offenheit für Neues geprägt.

Zum Selbstverständnis der ehs hat von Beginn an eine starke Verbindungsachse nach Mittel- und Osteuropa gehört, die durch die Erweiterung hin zu westeuropäischen und zuletzt auch außereuropäischen Hochschulen (in den USA und China) als Brückenfunktion der ehs in Dresden zwischen Ost und West nur noch gestärkt wurde. Unterstützung bei der Ausbildung von Fachkräften für Mittel- und Osteuropa und nicht Abwerbung von Fachkräften bei zunehmendem Fachkräftemangel auch bei sozialen Berufen in Deutschland steht hier weiter im Vordergrund.

Die Ermöglichung von Auslandsstudien und Auslandspraktika durch das ERASMUS- und das PROMOS-Programm und über die Öffnung von internationalen Fenstern in den Studiencurricula der einzelnen Studiengänge, wie die intensive, auf den jährlichen Europatagungen praktizierte und durch das STIBET-Programm ermöglichte Beziehungspflege hin zu den ausländischen Alumni, sind Zentralbausteine einer Internationalität an der ehs. Sie sind für mich auch eine Quelle kraftgebender Motivation und Freude gewesen, habe ich doch selbst als Studierender und Dozierender ‚das Weite gesucht‘, wo ich konnte.

Die Einwerbung weiterer Drittmittel für internationale Arbeit markiert andere, vom Konsens der Hochschulangehörigen getragene Internationalisierungsschübe. Propädadeutika und Tutorien für internationale Studierende und insgesamt die Schaffung einer Willkommenskultur der Studierenden, Dozierenden und Verwaltungsmitarbeiter_innen der ehs für ausländische Gäste, wurden durch das PROFIN-Programm unterstützt, und es wird nun versucht, diese auf Dauer zu stellen. Das Anbieten fremdsprachiger, insbesondere englischsprachiger Lehre ist und bleibt dabei ein ernst zu nehmendes Desiderat. Nicht nur internationale Modulfenster zu öffnen, sondern Studiengänge insgesamt zu internationalisieren, wird richtungsweisend verfolgt über das BEKi-Programm.

Drittmittel für internationale Arbeit haben aber auch die knappen Bordmittel der ehs für internationale Arbeit, insbesondere die Kapazitäten im Internationalen Büro, zu erweitern. Die skizzierte kurze Geschichte der Internationalisierung der ehs verdankt sich seiner Aufgabenerfüllung bei der Koordination und Umsetzung der internationalen Aktivitäten und dem besonderen Engagement seiner Mitarbeiterinnen. Ihnen gilt mein besonderer Dank: der Leiterin des Internationalen Büros Uta Heinrich-Barth, mit der mich eine lange vertrauensvolle Zusammenarbeit verbindet, und Irene Sperfeld, die nun auch den Möglichkeits- wie Realitätssinn und die Umsetzungskompetenz des Internationalen Büros stärkt. Verbunden bin ich auch den Kolleginnen und Kollegen, die in vielfältiger Weise Teil dieser Internationalisierungsgeschichte (gewesen) sind.

Den Studierenden von „ehs international“ und den internationalen Alumni, die mich erleben ließen, was es heißt, international zu denken, zu fühlen und zu handeln, möchte ich in schöner Tradition zu meinem Abschied, der nur einer aus dem Ausschuss Internationale Kontakte und nicht aus der internationalen Arbeit an der ehs ist, vielsprachig zurufen. Ich begrenze mich auf die Sprachen, die ich – mehr oder weniger – spreche: Goodbye!, Au revoir!, Adeus!, Arrivederci!, ¡Hasta la vista!, oder zu sprechen (und zu schreiben) beabsichtigte: Do svidanja!

September: DAAD-Preis an die französische Studentin Yaëlle Dorison verliehen

Am 23. September 2013 wurde im Rahmen der feierlichen Semestereröffnung der mit 1.000 Euro dotierte „DAAD-Preis für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender an den deutschen Hochschulen“ an die ehs-Studentin Yaëlle Dorison verliehen. Der Deutsche Akademische Austausch Dienst lobt jährlich Mittel zur Vergabe dieses Preises aus; an der ehs wurde der Preis zum siebenten Mal vergeben.

Yaëlle Dorison bringt sich über ihr Studium hinaus mit ihren Interessen und Talenten in die Hochschule ein. So moderiert und gestaltet sie bspw. als Clownin Workshops und Fachtage und rückt dadurch wissenschaftliche Themen unter Einsatz von zirkuspädagogischen Methoden auf oft überraschende Weise in ein anderes Licht. Außerhalb der Hochschule engagiert sie sich im Springkraut e. V. für die Förderung von Zirkuskultur und Zirkuspädagogik in und um Dresden. Sie bietet dort z. B. zirkuspädagogische Weiterbildungen für Erzieher_innen an und leitet eine Zirkusgruppe für Eltern mit ihren Kleinkindern. Außerdem tritt Yaëlle als Clownin und Chansonsängerin auf.

Aus der Laudatio zur Preisübergabe, gehalten von Irene Sperfeld, Mitarbeiterin im Internationalen Büro der ehs: "Yaëlle regt durch ihr Handeln dazu an, der eigenen Wahrnehmung wohlwollend zu misstrauen sowie zu eigenen Sichtweisen auf kritische Distanz zu gehen. Yaëlle trägt dazu bei, dass sich Menschen an der ehs und anderswo unvoreingenommener und offener begegnen können. Ich selbst bin durch Yaëlles unkonventionelle und zugewandte Art schon oft auf wohltuende und bereichernde Weise berührt worden und habe den Eindruck, dass mir das nicht allein so geht. Yaëlle Dorison ist eine Studentin der ehs, die auf vielfältige Weise vermittelt: zwischen der ehs und der beruflichen Praxis, zwischen Wissenschaft und Kunst, zwischen Kindern und Erwachsenen, zwischen Deutschland und Frankreich,… Ihr Engagement innerhalb und außerhalb der ehs soll heute durch den DAAD-Preis öffentlich Würdigung erfahren."

(IS)