„Offen für den Wandel? Transformationsprozesse durch die Öffnung von Hochschulen“

Arbeitstagung 2019 der wissenschaftlichen Begleitung mit den Förderprojekten des BMBF-Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“, 18./19.06.2019, Berlin

 

Im Mittelpunkt der diesjährigen Arbeitstagung des Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ standen Transformationsprozesse, die mit der Öffnung von Hochschulen für neue Zielgruppen zu tun haben. Wie vielschichtig und weitreichend diese Veränderungsprozesse sind, verdeutlichte das breite Themenspektrum der Vorträge und Präsentationen.

 

Die BMBF-Referatsleiterin Frau Kerstin Mucke stellte zunächst in ihrem Grußwort die Erfolgsgeschichte des Wettbewerbs seit dem Beginn im Jahr 2014 dar und verwies auf die am 12. Juni 2019 beschlossene Nationale Weiterbildungsstrategie, die Empfehlung des Wissenschaftsrates zur wissenschaftlichen Weiterbildung und die Nachfolgepakte für den Hochschulpakt und Qualitätspakt Lehre als deutliche Signale an die Hochschulen.

 

Der Keynote-Speaker Prof. Dr. Geri Thomann gab einen Einblick in den aktuellen Stellenwert der wissenschaftlichen Weiterbildung in der Schweiz. Unterschiedliche Projektbeiträge beleuchteten u. a. Kommunikationsstrategien zur Implementierung von Transformationsprozessen, Analysemodelle für die Organisationsentwicklung, Studiengangentwicklungsprozesse, die Bedeutung der Theorie-Praxis-Verzahnung als transformatives Element, das Thema Akkreditierung wissenschaftlicher Weiterbildung und noch vieles mehr.

 

Frau Dr. Sabine Behrenbeck, Leiterin der Abteilung Tertiäre Bildung im Wissenschaftsrat, sprach über das mitunter zähe Ringen zwischen Bund und Ländern um die Empfehlungen des Wissenschaftsrates zu hochschulischer Weiterbildung als Teil lebenslangen Lernens, die im Januar 2019 beschlossen wurden.

 

Neben interessanten Inputs gab es viel Raum für den Austausch zwischen den Projekten und einen gemeinsamen Blick in das nun mehr beginnende, letzte Jahr des Wettbewerbs, der im Juli 2020 enden wird. Die Arbeitstagung 2020 wird am 15./16. Juni 2020 wieder in Berlin stattfinden.

 

Autorinnen: Johanna Schneider, Doreen Weichert

Wissenschaftliche Weiterbildungen sind in die Erprobung gestartet

Wir freuen uns über den erfolgreichen Start der Wissenschaftlichen Weiterbildungen „Kindheitspädagogik weiterdenken“ sowie „Pflege weiterdenken“ in der Erprobung an der ehs. Im April starteten in den Zertifikatskursen „Kindheitspädagogik an der Schnittstelle zu Handlungsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe“ sowie „Pflegerischer Schmerzexperte/Pflegerische Schmerzexpertin“ und „Evidence-based Nursing“ insgesamt 42 Teilnehmende.

 

Die Zertifikatskurse sind im Rahmen der Masterstudiengangsentwicklungen in den Bereichen Kindheitspädagogik und Pflege entwickelt worden und somit für das Masterniveau konzipiert. Die Zertifikatskurse können später in den entsprechenden Masterstudiengängen angerechnet werden. In beiden Bereichen besteht nach erfolgreicher Teilnahme an allen vier angebotenen Zertifikatskursen die Möglichkeit ein Hochschulzertifikat zu erwerben („Kindheitspädagogik auf Masterniveau“ bzw. „Grundkurs Community Health Nursing“).

 

Erprobt werden sowohl die fachlichen Inhalte wie auch das didaktische Konzept der Zertifikatskurse, welche als Blended-Learning-Angebote konzipiert sind. Das Ziel ist es, berufserfahrenen Fachkräften ergänzend zu ihrer beruflichen Tätigkeit bedarfsgerechte Angebote der fachlichen Weiterqualifizierung zu ermöglichen.

 

Autorinnen: Jana Kaden, Sandra Patting

Einladung zur Brown-Bag-Lecture

Wir laden alle Studierenden, Lehrenden und Mitarbeitenden der Verwaltung der ehs Dresden zur Brown-Bag-Lecture* (Vorstellung des Selbstlernangebotes „Brückenkurs: Entwicklungspsychologie“) herzlich ein.

 

Neben einigen Hintergrundinformationen zum Brückenkurs steht die Vorstellung von zwei ausgewählten Kapiteln im Vordergrund. Im Anschluss gibt es eine Frage- und Austauschrunde.

 

Kontakt:
Doreen Weichert (PRAWIMA)
E-Mail: doreen.weichert@ehs-dresden.de
Telefon: 0351 46902-68

 

Link Plakat

 

* Brown-Bag-Lecture: Dabei handelt es sich um eine Informationsveranstaltung, während der mitgebrachte Speisen und Getränke verzehrt werden können.

 

 

Was lange währt, wird gut

Ende des letzten Jahres konnten wir den Tagungsband für unsere Tagung „Lernortverknüpfung. Didaktische Ansätze und Perspektiven berufsintegrierenden Studierens“ veröffentlichen. Der Tagungsband befasst sich mit Gestaltungsformen des Theorie-Praxis-Verhältnisses im Hochschulstudium. Die Beiträge charakterisieren zum einen grundlegend das Verhältnis von Theorie und Praxis und benennen die aktuellen Herausforderungen der professionellen Felder Kindheitspädagogik und Pflege. Zum zweiten stellen sie Konzeptionen für das Erwachsenenlernen aus professionslogischer und hochschuldidaktischer Sicht vor. Außerdem werden Rahmenbedingungen des Studierens und die Situation berufsbegleitender Studierender beleuchtet. Die Beiträge diskutieren aus theoretischen, empirischen und organisatorischen Perspektiven konstitutive Elemente für ein Hochschulstudium, dass das Studieren eng mit der Reflexion und Weiterentwicklung der eigenen professionellen Tätigkeit verbindet.

 

Der Tagungsband wurde auf dem Dokumenten- und Publikationsserver Qucosa veröffentlich und steht unter folgendem Link zur Verfügung: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:14-qucosa2-322623

 

Autorin: Claudia Albrecht

 

 

14. Jahrestagung der Gesellschaft für Hochschulforschung, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, 21./22.03.2019

An der diesjährigen Jahrestagung der Gesellschaft für Hochschulforschung (GfHf) mit dem Titel „Transformation der Gesellschaft. Transformation der Wissenschaft. Wissensproduktion und Wissenschaftskommunikation in einer sich verändernden Arbeits- und Lebenswelt.“ nahmen insgesamt 190 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler teil. In sechs parallelen Tracks zu Fragen des Wissens- und Technologietransfers; der Steuerung, der Digitalisierung und Internationalisierung von Hochschulen; der Transdisziplinarität und weiteren Themen gab es interessante Einblicke in Forschungsprojekte und Raum für Diskussion.

 

Für das Projekt PRAWIMA nahm Doreen Weichert an der Tagung teil. Zu folgenden thematischen Schwerpunkten gab es Anregungen, die hinsichtlich ihrer Bedeutung für die weitere Projektarbeit ausgewertet werden:

  • Wissens- und Technologietransfer (verstanden als auf Forschung und Lehre bezogene Aktivitäten mit zumindest einem Partner von außerhalb der Hochschule und Wissenschaft; schließt formelle und informelle Wissenstransferaktivitäten mit ein) steht im Zusammenhang mit der normativen Orientierung der beteiligten Hochschulmitglieder und ist je nach Fachdisziplin verschieden [vgl. Ergebnisse der deutschen Teilstudie des Projekts „Academic Profession in Knowledge Societies“ (APIKS); https://www.uni-kassel.de/einrichtungen/incher/forschung/innovation-und-transfer/apiks-academic-profession-in-knowledge-society.html]
  • Für das Transfergelingen in der wissenschaftlichen Weiterbildung sind neben den Weiterbildungsteilnehmenden auch der Weiterbildungsanbieter und das Unternehmen, in dem die Weiterbildungsteilnehmenden beschäftigt sind verantwortlich. [vgl. Ergebnisse einer Befragung von Weiterbildungsteilnehmenden 2018 an der BTU Cottbus-Senftenberg, Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung]
  • Es ist eine Ausdifferenzierung bzw. Destandardisierung individueller Studienverläufe beobachtbar; ein Studiengangwechsel wird zum Normalfall; die Studieneingangsphase ist eine formative Phase für den Studienerfolg. [vgl. Ergebnisse des Forschungsprojekts STuFo; https://www.uni-potsdam.de/de/stufo/uebersicht.html
  • Die digitale Transformation einer Hochschule ist abhängig von der Innovationsbereitschaft und der Innovationsfähigkeit der Hochschule. [vgl. Ergebnisse der Professorenbefragung ProfQuest; http://www.ihf.bayern.de/195/
  • Die Diversity-Strategien an deutschen Hochschulen führen zu Veränderungen auf der formalen Ebene, aber nicht auf der Ebene der Aktivitäten (Differenz zwischen Talk und Action). [vgl. Ergebnisse aus dem Promotionsvorhaben von Langholz-Kaiser, M./Europa-Universität Flensburg] 
  • Hochschulen haben kaum Einfluss auf die Studiendauer, da vor allem Abiturnote, Geschlecht, Fächergruppe, Erwerb eines beruflichen Abschlusses vor dem Studium, Fach- und Schwerpunktwechsel signifikante Einflussgrößen sind – auf die Hochschulen kaum Einfluss nehmen können. Graduell können Hochschulen folgende Einflussgrößen verbessern: Fach-/Schwerpunktwechsel, Teilzeitstudienangebote, Anforderungsadäquanz des Studiums und Studienzufriedenheit. [vgl. Ergebnisse einer Auswertung des KOAB-Datensatzes; Krempkow, R./HU Berlin]

 

Interessante Forschungsergebnisse wurden auch durch die wissenschaftliche Begleitung des BMBF-Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ vorgestellt:

Insgesamt war die 14. Jahrestagung der Gesellschaft für Hochschulforschung eine gelungene Veranstaltung an einem tollen Tagungsort. Die nächste GfHf-Jahrestagung wird am 26./27. März 2020 in Hamburg stattfinden.

 

Autorin: Doreen Weichert

48. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik, Leipzig, 05.03.2019 bis 08.03.2019

„(Re-)Generation Hochschullehre. Kontinuität von Bildung, Qualitätsentwicklung und hochschuldidaktischer Praxis“ so lautete der Titel der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik (dghd) in Leipzig. Ausrichter der Veranstaltung waren das Hochschuldidaktische Zentrum Sachsen, das gleichzeitig sein zehnjähriges Bestehen feierte, und die Universität Leipzig.

 

Die Tagung knüpfte an das „Positionspapier 2020“ der dghd und den „Kölner Katalog zur Hochschullehre“ an und blickte auf sieben Jahre Qualitätspakt Lehre zurück. Es wurden Wege aufgezeigt, wie dieser in dauerhafte Strukturen überführt werden kann. Das Tagungsprogramm war prall gefüllt mit interessanten Arbeitsgruppen, Planspielen und Präsentationen, an denen aus dem PRAWIMA-Team Johanna Schneider und Doreen Weichert leider ausschließlich am 6. März 2019 teilnehmen konnten.*

 

In der Arbeitsgruppe „Forschendes Lernen“ wurden neben dem Wirken der dghd-Mitglieder in dieser Arbeitsgruppe vor allem Einblicke in das Sichtbarmachen studentischer Forschung an der Georg-August-Universität Göttingen, Universität Hohenheim, Ruhr-Universität Bochum und Carl von Ossietzky Universität Oldenburg gewährt. Es entfachten sich Diskussionen rund um die Bedeutung studentischer Forschung vor dem Hintergrund der Anforderungen an wissenschaftliche Forschung. Hervorgehoben wurde der Mehrwert des Forschens für Studierende und die Herausforderungen. Es wurde u. a. auf studentische Konferenzen (focus URE vom 5. bis 7. Juni 2019 in Hohenheim, 4. Konferenz studentischer Forschung am 26./27. September 2019 in Kiel), studentische Initiativprojekte der Ruhr-Universität Bochum und das studentische Online-Journal „forsch!“ der Universität Oldenburg hingewiesen. Letzteres könnte auch für Studierende der Evangelischen Hochschule Dresden von Interesse sein, um ihre Forschungsarbeiten sichtbar zu machen.

 

Es folgten die feierlichen Eröffnungsreden des Prorektors Prof. Dr. Hofsäss der Universität Leipzig, der Staatsministerin Dr. Eva Maria Stange, des dghd-Vorstandsmitglieds Prof. Dr. Marianne Merkt sowie die Keynote von Prof. Monika Nerland (Norwegen) mit dem Titel „Enhancing student learning in changing knowledge environments: opportunities und challenges for higher education.“

 

In einer Diskurswerkstatt zur Themenzentrierten Interaktion (TZI) konnten sich die Teilnehmenden die Grundzüge des TZI aneignen und anschließend intensiv zu drei Schwerpunkten (TZI als Konzept von Tutorenschulungen, TZI in Lehrveranstaltungen sowie TZI und der Hochschulqualifikationsrahmen) arbeiten. Dieser Programmpunkt gab wertvolle Impulse TZI als Konzept für die Initiierung und Begleitung von Lernprozessen zu verstehen. Inwieweit TZI bei der Masterstudiengangentwicklung, Planung der wissenschaftlichen Weiterbildungen und der Unterstützungsangebote im PRAWIMA-Kontext einbezogen werden kann, wird die PRAWIMA-Mitarbeiterinnen weiter beschäftigen.

 

Die nächste dghd-Jahrestagung findet vom 10. bis 13. März 2020 in Berlin statt.

 

*Am 7./8. März fand die Hochschulklausur inkl. Dozierendenkonferenz der Evangelischen Hochschule Dresden statt.

 

Autorinnen: Doreen Weichert, Johanna Schneider

Erfolgreiche Erprobung des Workshops „Kompetent ins Studium? Kompetent durch Studium!“, 16./17.01.19 und 06./07.02.19

Der Workshop „Kompetent ins Studium? Kompetent durch Studium!“ fand an vier Tagen jeweils von 16:30 bis 20:00 Uhr an der Evangelischen Hochschule Dresden (ehs) statt. Er traf bei Studieninteressierten und Studienanfänger_innen auf großes Interesse. So gab es mehr als 40 Anmeldungen auf die verfügbaren 20 Plätze.

 

Das Unterstützungsangebot richtete sich an Studieninteressierte und Studienanfänger_innen und diente hauptsächlich der Auseinandersetzung mit der eigenen (Lern-)Biografie und dem Sichtbarmachen von Anknüpfungspunkten zwischen den zu erwartenden Studieninhalten/-anforderungen und eigenen Interessen bzw. Kompetenzen. Leitfragen hierfür waren bspw. „Was weiß/kenne ich schon?“, „Auf welche (neuen) Themen freue ich mich?“, „Woran kann ich anknüpfen?“. Ziel war es auch, persönliche Ressourcen und Potentiale für eine erfolgreiche Bewerbung bzw. ein erfolgreiches Studium zu erkennen. Viel Raum nahm zudem der Austausch der Teilnehmenden untereinander ein, durch den die Teilnehmenden Sicherheit und Bestärkung erfuhren.

 

Die Teilnehmenden erhofften sich von der Workshopteilnahme mehr Sicherheit bezüglich der Einschätzung ihrer persönlichen und bereits erworbenen fachlichen Kompetenzen und ihrer Studienwahl, Anregungen für die Erstellung des Motivationsschreibens für ihre Bewerbung an der ehs (Studieninteressierte) sowie Informationen zur Studienorganisation und zu den Studieninhalten (Studienanfänger_innen). Mit Hilfe verschiedener Workshopelemente (kurze Vorträge, Impulskarten, Methoden der Selbsterfahrung, Einzel-, Partner- und Gruppenarbeiten, Expertentisch etc.) konnten die Erwartungen der Kursteilnehmer_innen überwiegend erfüllt werden. Die meisten Teilnehmenden würden den Workshop weiterempfehlen.

 

Der Workshop wurde mittels Fragebogen evaluiert. Die Evaluationsergebnisse werden in die Weiterentwicklung des Workshopkonzepts einfließen. Das Unterstützungsangebot soll an der ehs weiter durchgeführt werden.

 

Autorinnen: Doreen Weichert, Irene Sperfeld

Neuartige Weiterbildungen für Kindheitspädagogik und Pflege an der ehs Dresden

Ab April 2019 wird die Evangelische Hochschule Dresden (ehs) im Rahmen des Projektes PRAWIMA ein neues Bildungsformat erproben. Dabei handelt es sich um wissenschaftliche Weiterbildungen auf Masterniveau, die als Zertifikatskurse angeboten werden. Dieses Format richtet sich besonders an berufserfahrene und akademisch interessierte Fachpersonen mit einem ersten Studienabschluss in den Bereichen Bildung und Erziehung in der Kindheit sowie Pflege. Während der Erprobungsphase 2019 sind alle Angebote kostenfrei.

 

Mit den Kursen werden einerseits hochaktuelle Themen und Herausforderungen der Praxis und andererseits die Anliegen der Professionalisierung der beruflichen Felder aufgegriffen.   

Vier Zertifikatskurse “Kindheitspädagogik weiterdenken”:

  • Didaktik und Methodik der Arbeit mit pädagogischen Fachkräften
  • Kindheitspädagogik an der Schnittstelle zur Kinder- und Jugendhilfe
  • Entwicklungsprozesse gestalten
  • Arbeit in und mit heterogenen Teams

Vier Zertifikatskurse “Pflege weiterdenken”:

  • Pflegerischer Schmerzexperte/ Pflegerische Schmerzexpertin
  • Evidence-based Nursing (EbN)
  • Gemeinde- und quartiersnahe Versorgungsangebote der Pflege gestalten
  • Change-Management und Pflegeentwicklung

Weitere Informationen zu den Kursen (Kindheitspädagogik / Pflege)

Zur Pressemitteilung (Link)

Herbsttagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Bildung und Erziehung in der Kindheit e.V. (BAG-BEK) an der Universität Leipzig

Zum zweiten Mal in diesem Jahr traf sich die BAG-BEK, um sich über aktuelle Fachdiskurse auszutauschen und gemeinsame Positionen weiterzuentwickeln. Die diesjährige Herbsttagung fand am 11. und 12. Oktober 2018 an der Universität Leipzig statt.

Im Mittelpunkt der Tagung stand die Qualität und Qualifikation in kindheitspädagogischen Ausbildungskontexten. Um dem gravierenden Fachkräftemangel in den Einrichtungen zu begegnen, müssen mehr pädagogische Fachkräfte ausgebildet werden. Doch stellt sich die Frage, wer diese fehlenden Fachkräfte ausbilden soll. Welche Kompetenzen benötigen die Lehrkräfte? Welche Qualifikation müssen sie vorweisen? Und wie können die benötigten Lehrkräfte gewonnen werden? Diesen Fragen stellten sich auf dem Podium Dr. Sigrid Christeiner, Leiterin der Fachakademie für Sozialpädagogik Maria Stern Nördlingen, Prof. Dr. Helmut Lechner von der Hochschule für angewandte Wissenschaften München, Manuela Liebig vom Institut für Berufspädagogik und Berufliche Didaktiken der Technischen Universität Dresden, Petra Zeller aus dem Sächsischen Staatsministerium für Kultus und Jens Hübner, M. A. Kindheitspädagogik und Lehrer an einer Fachschule für Sozialpädagogik. Eine Zusammenfassung der anregenden Diskussion finden Sie hier https://www.nifbe.de/infoservice/aktuelles/1411-im-foks-die-ausbildung-der-ausbildnerinnen.

Darüber hinaus war natürlich auch das „Gute-KiTa-Gesetz“ Thema der Tagung. Die Stellungnahme der BAG-BEK ist unter folgendem Link abrufbar: http://www.bag-bek.eu/fileadmin/user_upload/Stellungnahme_der_BAG-BEK_zum_Referentenentwurf_KiQuEG.pdf.

Genutzt wurde die Tagung weiterhin zur intensiven Weiterarbeit in den verschiedenen Arbeitsgruppen zu den Themenfeldern Berufspolitik, Didaktik, Fachberatung, Forschungsethik, Gesundheit sowie Kinder zwischen 6 und 12 Jahren. Die Ergebnisse aus den AGs wurden am zweiten Tag im Plenum vorgestellt ebenso wie die aktuellen Entwicklungen in den einzelnen Bundesländern.

Sowohl in den Diskussionen im Plenum als auch in den Arbeitsgruppen, immer wieder wird deutlich dafür plädiert, dass mehr Masterangebote im Bereich der Kindheitspädagogik gebraucht werden und insbesondere berufsbegleitende Angebote etabliert werden müssen, um berufserfahrenen Fachkräften eine Weiterqualifizierung zu ermöglichen ohne dass sie aus dem Beruf aussteigen müssen.

 

Autorin: Sandra Patting 

Internationale Studienreise im Rahmen des Programms

„PORT – Patientenorientierte Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung“ der Robert Bosch Stiftung vom 27. bis 29. Juni 2018 in Barcelona

Im Rahmen der Studienreise wurden verschiedene Einrichtungen der gesundheitlichen Primärversorgung in Spanien besucht. Der Fokus dabei war, Möglichkeiten der Umsetzung in Deutschland zu prüfen. Die Pflegefachkräfte (Nurses) sind in Spanien alle akademisch qualifiziert. In den Gesundheitszentren in Spanien verantworten sie ein erweitertes Tätigkeitsspektrum, in dem sie autonom agieren. Die bedarfsgerechte Versorgung der Patienten steht dabei im Mittelpunkt. 

Unter Leitung von Dr. B. Klapper (Robert Bosch Stiftung) und Prof. Dr. K. Hämel (Universität Bielefeld, wissenschaftliche Begleitung der Reise) fand ein sehr guter Austausch der Teilnehmenden statt. Die Gruppe war sehr unterschiedlich besetzt, mit Vertretenden unter Anderem aus folgenden Bereichen: Kommune, Hochschule, medizinischen Versorgungszentren, Krankenkassen. Sie alle nutzten die Gelegenheit der Reise auch zur gegenseitigen Information, was derzeit im Bereich der Primärversorgung und der sektorenübergreifenden Zusammenarbeit möglich ist. Welche guten Projekte in Deutschland schon angelaufen sind. Aber auch, welche Hürden noch überwunden werden müssen.

Abschließend wurden weitere Ideen und mögliche Ansätze für den Bereich der Primärversorgung diskutiert, und welche Rahmenbedingungen dafür notwendig sind. Für die Masterstudiengangentwicklung im Bereich Pflege im Projekt PRAWIMA (PraxisWissenschaftsMaster) nahm Jana Kaden teil.  

In weitere Errungenschaften des staatlich finanzierten spanischen Gesundheitssystems, wie beispielsweise die elektronische Patientenakte und deren Vorteile konnten die Teilnehmenden zudem einen Einblick erhalten.  

 

Autorin: Jana Kaden

Veröffentlichung aus dem Bereich Kindheitspädagogik

In der Juli-Ausgabe der Fachzeitschrift „TPS - Theorie und Praxis der Sozialpädagogik“ ist ein wissenschaftlicher Beitrag von Prof. Dr. Tim Rohrmann, beratendem Professor im Projekt, und Sandra Patting, wissenschaftlicher Mitarbeiterin für den Bereich Kindheitspädagogik, erschienen. In dem Artikel werden das quantitative Forschungsdesign und zentrale Ergebnisse der umfassenden Bedarfserhebung zur Akademisierung in der Kindheitspädagogik vorgestellt. Insbesondere werden darin die Befunde zu Studieninteressen und Stellenperspektiven aus Sich von Fachkräften, Leitungspersonen und weiteren Expert_innen im Feld der Arbeit mit Kindern und Familien erörtert und diskutiert. Aus den Daten kann der Bedarf von berufsintegrierenden Masterstudiengängen abgeleitet werden, die ein explizit kindheitspädagogisches Profil aufweisen.

 

Rohrmann, Tim; Patting, Sandra (2018). Wozu einen Master Kindheitspädagogik? Ergebnisse einer bundesweiten Bedarfserhebung. TPS - Theorie und Praxis der Sozialpädagogik, 2018 (7), Seite 47 bis 49.

Autorin: Sandra Patting

Arbeitstagung der wissenschaftlichen Begleitung

„Nachhaltige Implementierung von Angeboten lebenslangen Lernens“,
am 20./21. Juni 2018 in Berlin

Nachdem die erste Wettbewerbsrunde des Bund-Länder-Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ im September 2017 endete, wurden die Anwesenden über die Erfahrungen dieser informiert. Vertreter_innen der ersten Wettbewerbsrunde gewährten Einblicke in die weitere Entwicklung und Etablierung von Projekten nach deren Abschluss. So wurden sowohl positive Verläufe dargestellt, als auch suboptimale Entwicklungen kritisch reflektiert.
Von all diesen Erfahrungen können die Teilnehmenden der zweiten Wettbewerbsrunde profitieren. Dieses Wissen weiterzugeben, stellte einen wichtigen Aspekt dieser Tagung dar, dem entsprechender Raum geboten wurde. Ebenso der strukturierte Austausch der noch laufenden Projekte, beispielsweise im Rahmen von Workshops oder kollegialen Fallberatungen.
Einen Einblick in die aktuelle Forschung der Wissenschaftlichen Begleitung zum Thema „Theorie-Praxis-Verzahnung“ erhielten die Teilnehmenden im Rahmen einer (Poster-)Präsentation durch Vertreter_innen. Ein Thema zu dem auch PRAWIMA im Dezember 2017 eine Tagung an der ehs Dresden durchgeführt hat.
Eine Auswertung der Veröffentlichungen nach Projektende der
1. Wettbewerbsrunde wurde präsentiert und ist für Interessierte unter folgender Adresse abrufbar:
https://de.offene-hochschulen.de/themen/veroeffentlichungen-nach-projektende-erste-wettbewerbsrunde

Einen besonderen Platz nahm die wissenschaftliche Weiterbildung an Universitäten und Hochschulen bei dieser Tagung ein. In einem Vortrag von Frau Dr. Cuonz (Leiterin des Zentrums für universitäre Weiterbildung der Universität Bern, Schweiz) wurde aufgezeigt, welchen Weg die Verantwortlichen in der Schweiz gegangen sind. Es wurden die Systematik der Weiterbildungsabschlüsse CAS (Certificate of Advanced Studies), DAS (Diploma of Advanced Studies) und MAS (Master of Advanced Studies), erläutert, ebenso Finanzierungsstrukturen aufgezeigt.

Als Vertreterinnen für das Projekt PRAWIMA (PraxisWissenschaftsMaster) nahmen Johanna Schneider und Jana Kaden teil.

Autorin: Jana Kaden

Frühjahrstagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Bildung und Erziehung in der Kindheit in Koblenz am 5./6. März 2018

In diesem Jahre wurde die Frühjahrstagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Bildung und Erziehung in der Kindheit (kurz: BAG BEK) von der Hochschule Koblenz und dem hier ansässigen Institut für Bildung, Erziehung und Betreuung in der Kindheit Rheinland-Pfalz (IBEB) ausgerichtet. Zweimal jährlich treffen sich die Mitglieder und Interessierte, um sich über aktuelle fachpolitische Themen auszutauschen, ihre Expertisen zusammenzubringen und gemeinsame Positionen zu entwickeln. Für das Projekt PRAWIMA nahm Sandra Patting an der Tagung teil.

Der Fokus der Tagung lag auf der „Qualität und Qualifizierung in der frühen Bildung“. Hierzu berichteten zunächst Matthias Engel-Ritter vom AWO Landesverband und Marion Binder vom BMFSFJ über den aktuellen Stand zum Bundesqualitätsentwicklungsgesetz und die Entwicklungen, die sich aus dem neuen Koalitionsvertrag ergeben.

Am zweiten Tag der Tagung widmeten sich die Teilnehmer_innen den aktuellen Entwicklungen in der Ausbildung pädagogischer Fachkräfte. Die in diesem Bereich zu beobachtende Tendenz zur Deprofessionalisierung bedingt durch den hohen Fachkräftebedarf wurde dabei thematisiert. Die BAG BEK setzt sich für den Erhalt der Fachschulausbildung auf DQR Level 6 sowie die Durchlässigkeit des Ausbildungssystems über Bachelor, Master bis hin zur Promotion ein. Qualität im Bereich der Erziehung, Bildung und Betreuung in der Kindheit ist nur mit einer Qualifizierung des Personals zu erreichen, so fordert es die BAG BEK in ihrem im Rahmen der Tagung entstandenen Positionspapier „Fachkräftegewinnung und Qualitätsentwicklung in Kitas“.

Autorin: Sandra Patting