15.06.2020 „Crossing Borders. Offene Hochschulen von morgen gestalten“

Abschlusstagung der Wissenschaftlichen Begleitung des Bund-Länder-Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung – offene Hochschulen“

 

Am 15. Juni 2020 fand die Abschlusstagung der Wissenschaftlichen Begleitung des Bund-Länder-Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung – offene Hochschulen“ statt. Aufgrund pandemiebedingter Regelungen wurde diese Tagung mit cirka 100 Teilnehmenden online durchgeführt.

 

Das Thema der Tagung war „Crossing Borders. Offene Hochschulen von morgen gestalten“. Es wurde Bilanz gezogen und zum Austausch zu Projektergebnissen und Perspektiven eingeladen. Ein Viertel der deutschen Hochschulen waren insgesamt am Wettbewerb beteiligt. Das BMBF schätzt den Wettbewerb insgesamt als erfolgreich ein. So wurden 376 wissenschaftliche Weiterbildungsangebote bis März 2020 in den Regelbetrieb der beteiligten Hochschulen überführt. Es entstanden neue Hochschulstrukturen, z. B. Zentren für wissenschaftliche Weiterbildungen und Netzwerke, u. a. durch notwendige Zusammenschlüsse von Hochschulen. Die Angebote selbst zeichnen sich durch neue Formen forschungsbasierten Lernens, die enge Verzahnung von Forschung und Praxis, eine nachfrage-/kundenorientierte Gestaltung und Digitalisierung aus. Die Hochschulen haben sich weiter geöffnet für neue Zielgruppen, z. B. Berufstätige, Personen mit Familienpflichten und beruflich Qualifizierte. Es entstanden für diese Zielgruppen zahlreiche Informations-, Beratungs- und Unterstützungsangebote. Für die Thematik der Anrechnung von Leistungen wurden neue Regelungen an Hochschulen erarbeitet. Darüber hinaus entstanden zahlreiche Publikationen.

PRAWIMA beteiligte sich auf der Abschlusstagung mit einem Beitrag im Rahmen der Barcamp-Session zum Thema Auf die richtigen Fragen kommt es an… Reflexionsfähigkeit erlernen mittels Portfolio & Co. vor Studienaufnahme bis zum Master“. Doreen Weichert und Johanna Schneider gaben Einblicke in die reflexive Praxis an der Evangelischen Hochschule Dresden (ehs) am Beispiel von zwei im Projekt PRAWIMA erprobten Angeboten zum Studieneinstieg bzw. zur Weiterqualifikation Berufstätiger in wissenschaftlichen Weiterbildungen. Beide Angebote sollen dabei unterstützen, mittels Portfolioarbeit, den individuellen Lernprozess zu reflektieren und zu steuern.

Der Workshop „Kompetent ins Studium“ ist ein Angebot für Studieninteressierte, die in der Phase der Studienorientierung, Studienentscheidung und Studienbewerbung bei der Reflexion individueller Kompetenzen, Potentiale und Ressourcen unterstützt werden. Der Konzeption des Workshops wurden die Reflexionsstufen nach Bräuer (2014) zugrunde gelegt und unterschiedliche Reflexionsmethoden zur Steigerung der Reflexionsfähigkeit der Workshopteilnehmenden genutzt. Die Erprobungserfahrungen weisen darauf hin, dass eine kompetenzorientierte Begleitung der Studieninteressierten mit diesem Ansatz erfolgreich ist. Die von den Workshopteilnehmenden eingereichten Portfolios spiegeln eine intensive Reflexionsleistung wieder.

Das Portfolio im Rahmen der Zertifikatskurse „Pflege weiterdenken“ wird begleitend durchgeführt und dient neben der Reflexion des Lernprozesses der Auseinandersetzung mit der Erweiterung der persönlichen beruflichen Rolle im Bereich der Community Health Nursing (CHN). Im Gegensatz zu dem Workshop, in dem eine umfassende Anleitung zur Reflexion und Portfolioarbeit erfolgte, wurden die Teilnehmenden der Zertifikatskurse weniger stark hinsichtlich der im Lernportfolio erwarteten Reflexionsziele angeleitet.

Doreen Weichert und Johanna Schneider gaben auf Basis der Evaluationsergebnisse einen kurzen Einblick in die qualitativen Unterschiede der Reflexionsleistung und stellten die spezifische Anforderungen der Lernportfolioarbeit dar. Entlang von Leitfragen wurde im Rahmen der Session nach Erfahrungen mit Lernportfolios der Diskussionsteilnehmenden gefragt. Zentral ist, dass Studierende Kenntnis von der Spezifik von Lernprozessreflexion erhalten sollten und anhand von ausgewählten Fragestellungen kontinuierlich zur Reflexion angeregt werden müssen. Dabei sind drei Fokussierungen bedeutsam: Das Schreiben aus der Ich-Perspektive, die Behandlung von Handlungssituationen (und nicht von Lerninhalten, wie es oft vertrauter ist) und die Auseinandersetzung mit der eigenen Handlungskompetenz in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. So zielt der Fokus der reflexiven Betrachtung immer auf die eigene Person, d. h. die persönliche Haltung und Performanz in einer Handlungssituation.

Mit Blick auf den Wert von Portfolioarbeit kann zusammengefasst werden, dass Lernprozessreflexion ein lohnendes Angebot im Rahmen kompetenzorientierter Lehre ist. Sie unterstützt den Perspektivwechsel vom Teaching to Learning, da die erhofften Lernergebnisse und die Ideen für nächste Lernschritte von den Studierenden bzw. Studieninteressierten selbst entwickelt und formuliert werden. Aufgabe des Lehrenden ist es, die richtigen Fragen zu stellen, zu einem kontinuierlichen Reflexionsprozess einzuladen und diesen mittels verschiedener u. a. kreativer, visualisierender, narrativer Methoden zu begleiten. 

 

Autorinnen: Johanna Schneider, Doreen Weichert

28. Mai 2020 - Abschlusstagung des Projektes PRAWIMA „Berufsbegleitendes Studieren WEITERDENKEN“

Die geplante Abschlusstagung des Projektes wird aufgrund der aktuellen Situation und der Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung von COVID-19 nicht stattfinden.

 

Das Projekt PRAWIMA verfolgte das Ziel ein innovatives Gesamtkonzept berufsbegleitenden Studierens bis zum Masterabschluss in den Bereichen Pflege und Kindheitspädagogik zu entwickeln. Nach einem fast sechsjährigen Projektprozess (2014 – 2020) schauen wir auf erfolgreiche Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, die zu vielfältigen Diskussionen und Reflexionen sowie zu Weiterentwicklungen und Innovationen im Bereich des berufsbegleitenden Studierens an der ehs geführt haben. Für die Präsentation der Projektergebnisse werden wir anstatt einer Fachtagung nun alternativen Formate finden, u. a. wird eine Projektpublikation herausgegeben.

Zertifikatskurse im Rahmen der Wissenschaftlichen Weiterbildungen „Kindheitspädagogik weiterdenken“ und „Pflege weiterdenken“ an der ehs erfolgreich abgeschlossen

Im Dezember haben die Teilnehmenden der Erprobung der Wissenschaftlichen Weiterbildungen die angebotenen Zertifikatskurse „Arbeit mit und in heterogenen Teams“ sowie „Change Management“ erfolgreich abgeschlossen.

 

Die auf Masterniveau konzipierten Zertifikatskurse stellen eine Möglichkeit zur beruflichen Weiterentwicklung dar, zudem können sie eine Brücke in ein nachfolgendes Masterstudium sein.

 

Auch in diesen Kursen empfanden die Teilnehmenden neben den jeweiligen Kursinhalten den Erfahrungsaustausch untereinander sowie den Bezug zur eigenen beruflichen Tätigkeit sehr wertvoll. Die Akademisierung in den beiden Feldern, sowie Einsatzmöglichkeiten für akademisch qualifiziertes Personal war ein wichtiges Diskussionsthema. Für alle Teilnehmenden war es eine gewinnbringende Zeit.

 

Teilnehmende des Zertifikatskurses „Arbeit mit und in heterogenen Teams“ mit einem der Kursleitungen Axel Möller (die zweite Kursleitung hat Tabea Pontius übernommen).

 

Teilnehmende des Zertifikatskurses „Change Management“ mit Kursleiterin Dr. Beate Hilbert

 

Autorinnen: Jana Kaden und Sandra Patting

wissenschaftliche Mitarbeiterinnen im Projekt PRAWIMA