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Evaluation des Projektes „Wissen!Warum“ – Bildungsinitiative für Diakonie und Gemeinde der Diakonie Mitteldeutschland

Im Rahmen des Projektes „Wissen!Warum“ führt das Forschungsteam die Evaluation und die wissenschaftliche Begleitung durch. Es werden Wirkungen ermittelt und strategische Entscheidung zur weiteren Ausgestaltung und Umsetzung der Bildungsinitiative vorbereitet, beraten und wiederum evaluiert.

Laufzeit: Januar 2013 - Februar 2017


Ausgangssituation

„Wissen!Warum“ – Die Bildungsinitiative für Kirche und Gemeinde ist ein mehrjähriges Projekt, das die Diakonie Mitteldeutschland in Kooperation mit diakonischen Bildungsträgern und Einrichtungen der Diakonie in Sachsen-Anhalt und Thüringen mit Unterstützung der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) sowie der Evangelischen Landeskirche Anhalts verwirklicht. Die Bildungsinitiative will in der Perspektive das Profil der Diakonie Mitteldeutschland weiterentwickeln und zukunftsfähig ausgestalten. Als Ausgangspunkt dafür entwickelt und unterstützt die Diakonie Mitteldeutschland Bildungsangebote, die ihre Mitarbeitenden in die Grundlagen diakonischen Handelns und christlichen Glaubens einführen. Die Mitarbeiter_innen werden so befähigt, das diakonische Profil und die damit verbundene Kultur in ihrer Einrichtung wie auch der Diakonie Mitteldeutschland mitzugestalten. Gegenstand der Evaluation ist eine auf die verschiedenen Phasen des Gesamtprojekts abgestimmte und angepasste wissenschaftliche Begleitung der Bildungsinitiative (s. Konzeption und Methoden).

Frage-/ Zielstellung

1. Projektphase/ Pilotphase (Januar 2013 – Juni 2014)

Die Ziele der wissenschaftlichen Begleitung orientierten sich am Auftrag der Steuerungsgruppe und umfassten zwei Funktionselemente:

a) Die Evaluation bietet eine hinreichende Entscheidungsgrundlage im Hinblick auf die Fortsetzung der Bildungsinitiative.

b) Die Evaluation gibt für den Fall, dass die Bildungsinitiative fortgesetzt wird, Empfehlungen, welche Schwerpunkte in einer nächsten Phase der Initiative gesetzt werden sollten.

2. Projektphase (September 2014 – Dezember 2015)

In der zweiten Projektphase ist die Evaluation auf die wissenschaftliche Prozessbegleitung der Arbeit der Steuerungsgruppe sowie der von ihr geplanten Praktikertreffen ausgerichtet.

Konzeption und Methoden

Das übergreifende Evaluations- und Forschungsinteresse in Phase 1 bestehand darin, die direkten und die kontextuellen Wirkungen der Bildungsinitiative zu erforschen, d.h. in ihren wesentlichen Bestandteilen wahrzunehmen, genauer zu beschreiben und zu bewerten. Im Rahmen der Pilotphase ergab sich die in der Zielstellung umrissene Konkretisierung, aus den wissenschaftlich gewonnenen Ergebnissen die Pilotphase abschließend einzuschätzen und Empfehlungen für eine Weiterführung, vorzulegen. Im Einzelnen ergaben sich dazu folgende Arbeitsfelder:

1. Wissenschaftliche Exploration der Bereitschaft der Führungskräfte, die Bildungsinitiative aufzunehmen und praktisch zu fördern; dazu Ermittlung der Charakteristika hinsichtlich des Grades der Motivation und Formen der Unterstützung bzw. grundsätzlicher Bedenken. 

2. Evaluation der Bewertung der Führungskräfte nach Teilnahme an einer der sechs regionalen Veranstaltungen hinsichtlich der methodischen und inhaltlichen Umsetzung der Bildungsinitiative und Aufnahme der dabei eingebrachten Bedenken oder Hinweise.

3. Die Analyse des Aktionsfeldes „Bildung“ nahm das zentrale soziale Handlungsfeld in den Fokus. Hier galt es die relevanten Akteure und ihr jeweiliges Selbstverständnis zu identifizieren, das Beziehungsgefüge der Akteure und deren Positionierung im weiteren Umfeld von Diakonie und Kirche zu veranschaulichen, um letztlich Empfehlungen für das Gelingen der Bildungsinitiative ableiten zu können.

Das Forschungsdesign ist durch eine systematische und eine methodische Differenzierung gekennzeichnet.

Die systematische Differenzierung ergibt sich durch eine zeitliche Verschränkung von stetiger prozessbegleitender (formativer) und abschließender prozessbewertender (summativer) Evaluation. Die methodische Differenzierung zeichnet sich durch Methodenvielfalt und durch verschiedene Formen der Triangulation aus. Mit Triangulation ist eine Forschungsstrategie gemeint, die parallel und gleichursprünglich unterschiedliche Methoden (sog. Methodentriangulation) oder unterschiedliche Referenztheorien (Theorietriangulation) zur Anwendung bringt. Am Ende des Forschungsprozesses wurden die Ergebnisse beider Wege miteinander vergleichen. Auf diese Weise konnten zusätzliche Interpretationen gefunden, ggf. ‚blinde Flecken‘ der anderen Herangehensweise erkannt, aber auch einseitige Fehlschlüsse korrigiert werden. Die Evaluation der Bildungsinitiative zeichnet sich dadurch aus, dass sie beide Formen der Triangulation aufgreift:

Methodentriangulation:

Hinsichtlich der Methodenvielfalt ergibt sich folgendes Bild; die Methoden werden kurz skizziert und ihre praktische Umsetzung wird benannt:

Ethnographische Erhebungen: Im Sinne teilnehmender Beobachtungen wurden relevante Veranstaltungen der Initiative hinsichtlich kommunikativer Prozesse begleitet. Es handelt sich dabei um fünf Fachtage, zwei Praktikertreffen, drei regionalen Bildungskurse, zwei Treffen der involvierten Bildungsträger und vier Sitzungen der Steuerungsgruppe. Im Anschluss an die drei regionalen Bildungskurse – in denen wir ethnographische Beobachtungen realisiert haben – wurden zusätzlich jeweils themenzentrierte Gruppendiskussionen angeschlossen.

Expert_inneninterviews: Zur Exploration des Handlungsfeldes „Bildung“ wurden spezifische Expert_inneninterviews zur Anwendung gebracht. Sie wurden als themenzentrierte, qualitative Interviews mit Einzelpersonen der Steuerungsgruppe, Vertreter*-innen der Bildungsträger sowie Verantwortlichen regionaler Bildungsangebote geführt.

Online-Befragungen: Zur Evaluation wurde eine quantitative Befragung als Onlinebefragung realisiert. Zielgruppe waren die Teilnehmenden der Fachtage und Praktikertreffen.

Ergebnisse

Zum Projektabschluss entsteht ein Forschungsbericht. Vgl. auch den Abschlussbericht zur Phase 1.