Das Forschungsvorhaben zielt ab auf die Identifikation und Untersuchung von Belastungsempfinden und Bewältigungsstrategien von Studierenden sowie die kooperative Weiterentwicklung von Digitalisierungsprozessen an Hochschulen unter der Beteiligung von Studierenden.

Laufzeit: 01.08.2021-31.07.2024


Ausgangssituation

Gerade in den Alltagswelten von Heranwachsenden bzw. jungen Erwachsenen sind Mediatisierungs- und Digitalisierungssprozesse mit Blick auf die Bearbeitung und Bewältigung von Entwicklungsaufgaben sehr wirksam (Fleischer 2018). Für Studierende spielen digitale Medien und Technologien auf vielen Ebenen eine wichtige Rolle. Neben der medialen Durchdringung von Freizeit- und Alltagsaktivitäten sind digitale Medien auch im Rahmen des Studiums fest verankert.

Allerdings spiegelt sich dieser hohe Stellenwert im bisherigen Digitalisierungsstand der Hochschulen nicht wider. Es bestehen weiterhin deutliche Entwicklungspotenziale für die Digitalisierung an deutschen Hochschulen.

Auf der einen Seite werden auf verschiedenen Ebenen Digitalisierungsprozesse an Hochschulen angestoßen und vorangetrieben, in dem bspw. digitale Lerninfrastrukturen ausgebaut werden (Pensel/Hofhues, 2017). Auf der anderen Seite lässt sich ein eigensinniges Medienhandeln bei den Studierenden selbst, etwa durch die Nutzung von Social Media im Rahmen von informellen und non-formalen Lernprozessen, identifizieren (Steffens et al., 2018).

Mediatisierungsprozesse charakterisieren zudem die medizinischen und gesundheitsnahen Professionen bspw. im Bereich der öffentlichen Aushandlung gesundheitsrelevanter Themen oder kommunikativer Praktiken. So wird von vielen Menschen insbesondere bei psychischen Problemen das Internet als Informations- und Beratungsquelle sowie als Ort des Austauschs und der Produktion des eigenen Standpunkts genutzt (Karlheim, 2018). Gerade für die Digitalisierung als Mediatisierungsschub werden typische zeitdiagnostische Elemente wie Vernetzung, Verdichtung (auf räumlicher und zeitlicher Ebene) und Beschleunigung benannt (Rosa, 2017; Stalder, 2016). Ein Druck, hervorgerufen durch die benannten Prozesse und wachsende Unsicherheiten, der im besonderen Maß auf Heranwachsende wirkt. So ist eine Zunahme psychischer und psychosomatischer Belastungsstörungen vor allem in dieser Altersgruppe festzustellen (Keller, 2019).


Frage-/Zielstellung

Das Forschungsvorhaben soll die unterschiedlichen Formen von Belastungsempfinden bei Studierenden in den jeweiligen Studiumsphasen (Beginn, Verlauf und Abschluss des Studiums) identifizieren und Bewältigungsstrategien (individuell und im Rahmen von Peergroups) erkennen und bestimmen. Dabei wird insbesondere die Rolle von individuellen Medienpraktiken von Studierenden bei der Entstehung und Bewältigung von Belastungsempfinden herausgearbeitet und in Bezug zu Digitalisierungsprozessen an Hochschulen gesetzt.


Vorgehen

Für die Datenerhebung ist ein mixed-method approach geplant. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden in eine anschließende Praxisentwicklungsphase integriert. In dieser werden unterschiedliche Formate an Hochschulen und kooperierenden Einrichtungen etabliert, die im Rahmen einer Weiterentwicklung von Digitalisierungsprozessen an Hochschulen perspektivisch an mehreren Standorten, (zunächst) in Sachsen, nachhaltig implementiert werden sollen. Über eine Handreichung („Gesund und smart studieren vor dem Hintergrund von Digitalisierungsprozessen an Hochschulen“) werden die gewonnenen Erkenntnisse aus der empirischen Phase sowie Empfehlungen aus der Praxisphase bundesweit übertrag- und einsetzbar.



Kontakt

 

Projektleitung

 

Prof. Dr. Franziska Wächter

E-Mail: franziska.waechter@ehs-dresden.de

Tel.: +49 (0)351-469 02 359

 

Wissenschaftliche Mitarbeit

 

Tanja Brock

E-Mail: tanja.brock@ehs-dresden.de

Tel.: +49 (0)351 469 02 491

 

 


Kooperationspartner

 Medizinische Fakultät der Universität Leipzig

 


Gefördert durch:

Forschungsprojektförderung des Freistaates Sachsen (Titelgruppe 70),Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus