Das Modellvorhaben „Ganztagspiloten“ zielt darauf, einen für Sachsen modellhaften Schulentwicklungsprozess an ausgewählten Standorten voranzubringen, in dem die Angebote Schule, Hort und Ganztag im Interesse der Schüler:innen und Erwachsenen besser miteinander verzahnt und im Alltag rhythmisiert werden. Die Entwicklungsprozesse an den Standorten werden wissenschaftlich begleitet. 

Laufzeit: 01.09.2022-30.09.2026


Ausgangssituation

 

Seit nunmehr 20 Jahren gibt es in Deutschland Bemühungen um einen Ausbau von Ganztagsangeboten. Diese haben das Ziel, Lern- und Fördermöglichkeiten für die Schüler:innen über den klassischen Fächerkanon hinaus zu erweitern und vielfältige Bildungsgelegenheiten im Verlauf des Tages zu schaffen.

 

Bisherige Forschungen zeigen, dass die Akzeptanz und Zufriedenheit gegenüber Ganztagsangeboten sowohl auf Seiten der Lehrkräfte als auch auf Seiten der Schüler:innen und Eltern gleichermaßen hoch ist und sie die Attraktivität von Schulen erhöhen. Ganztagsangebote sind ein wesentliches Element, um der heterogenen Schülerschaft und den damit verbundenen individuelle Bedürfnissen in höherem Maße als bisher gerecht zu werden. Sie sind in der Lage, die Bildungschancen der Kinder zu verbessern. Bisher sind Ganztagsangebote aber im Ablauf des Schultages klar von den Unterrichtseinheiten getrennt. Im Modellprojekt soll erreicht werden, dass sie in den Schulalltag involviert werden.

 

Dabei gilt Rhythmisierung als Schlüsselelement ganztägig organisierter Bildung. Rhythmisierung bedeutet eine übergreifende Planung des Schultages über den Vormittag hinaus. Wesentlich ist eine Organisation von Arbeitsphasen, die sich nicht am 45-Minutentakt der Schulstunden orientiert, sondern längere Zeiträume ermöglicht und sich Anspannungs- und Entspannungsphasen abwechseln. In Sachsen gibt es bereits flächendeckend und langjährige Erfahrungen mit einer Ganztagsbetreuung, jedoch weniger mit einer Rhythmisierung.

Verbunden mit einer ganztägigen Rhythmisierung sind Unsicherheiten an den Standorten, die auch Einfluss nehmen können auf die Qualität der Angebote und die Lernergebnisse der Schüler:innen. Einerseits geht es um die bedürfnisorientierte Bereitstellung von unterschiedlichen Bildungsgelegenheiten. Andererseits geht es um die gemeinsame Ausgestaltung dieser Gelegenheiten in enger Kooperation von Schule, Hort und externen Anbietern. Eine Schwierigkeit besteht u.a. darin, dass unterschiedliche Trägerstrukturen und Gesetzesgrundlagen nicht-hierarchische Kooperationsformen erschweren.


Frage-/Zielstellung

 

Ziel des Modellvorhabens ist es Empfehlungen sowie Gelingensbedingungen für die Zusammenarbeit von Schule, Hort und GTA in Sachsen zu formulieren. Konkret geht es darum:

  • Schule, Hort und GTA als Einheit zu denken und eine gemeinsame Lernumgebung für die Grundschulkinder zu schaffen
  • pädagogisch-organisationale Modelle der verzahnten Zusammenarbeit zu erproben und zu entwickeln  
  • die involvierten Akteur:innen in ihrer konzeptionellen Arbeit/ Entwicklung zu begleiten, zu unterstützen und zu schulen
  • die  Professionalisierung durch das Angebot von Austausch- und Fortbildungsformaten voranzutreiben
  • den Netzwerkaufbau der Fachkräfte zu befördern sowie
  • die begleiteten Prozesse zu dokumentieren und davon Ableitungen zu treffen

 


Vorgehen

 

Um die definierten Zielstellungen des Modellvorhabens „Ganztagspiloten“ zu erreichen, findet eine kontinuierliche wissenschaftliche Prozessbegleitung statt. Sie dient der Planung, Koordination und Unterstützung der Gesamtheit der Prozesse sowie der Beratung, Begleitung und Vernetzung der Akteur:innen vor Ort. Die Prozessbegleitung umfasst Formate wie Fortbildungsveranstaltungen, Netzwerktreffen und individuelle Arbeitstreffen/Workshops.

Die Evaluation ist komplementärer Teil der wissenschaftlichen Prozessbegleitung. Der Evaluationsgegenstand ist das Modellvorhaben in seiner Gänze sowie die evozierten Entwicklungsprozesse an den ausgewählten Standorten. Es werden sowohl der Gesamtprozess als auch einzelne Meilensteine ins Visier genommen. Als Evaluationsmodell wird der „Programmbaum“ (Nutzerorientierte Evaluation) zugrunde gelegt.



Kontakt

 

Projektleitung Prozessbegleitung

 

Dr. Constanze Jeglinsky

E-Mail: constanze.jeglinsky@ehs-dresden.de

Tel.: +49 (0)351-469 02 421

 

Projektleitung Evaluation

 

Dr. Petra Schneider-Andrich

E-Mail: petra.schneider-andrich@ehs-dresden.de

Tel.: +49 (0)351-469 02 371

 

Wissenschaftliche Mitarbeit

 

Manuel Schneider

E-Mail: manuel.schneider@ehs-dresden.de

Tel.: +49 (0)351 469 02 420

 

Studentische Mitarbeit

 

Lisa Schönthier

E-Mail: shk.ganztagspiloten@ehs-dresden.de

 


Kooperationspartner:innen

Das Modellvorhaben wird beauftragt und finanziert durch das Sächsische Staatsministerium für Kultus (SMK).


Das Modellvorhaben wird in Kooperation mit Modellstandorten, jeweils bestehend aus Schule und Hort, in Sachsen realisiert:


1) Marienberg

    Förderzentrum „Johann Heinrich Pestalozzi“     

    Hort Bergstadtkids


2) Obercarsdorf 

    Förderzentrum „Oberes Osterzgebirge“

    Ganztagsbetreuungseinrichtung Obercarsdorf


3) Zwickau

    DPFA-Regenbogen-Grundschule „Carl Friedrich Benz“

    DPFA-Regenbogenhort Zwickau


4) Großnaundorf

    Freie Keulenbergschule - Evangelische Oberschule+ Großnaundorf

    Hort der Freien Keulenbergschule


5) Cunewalde

    Grundschule „Friedrich Schiller“

    AWO-Hort „Die Räuber“


6) Oßling

     Kastanienschule Oßling-Grundschule

     Kindertagesstätte „Knirpsenland“


7) Mulda

     Grundschule Mulda

     Naturhort Mulda


8) Chemnitz

    Anton-Semjonowitsch-Makarenko-Grundschule

    Hort A.-S.-Makarenko-Grundschule


9) Leipzig

    Geschwister-Scholl-Schule/ Grundschule der Stadt Leipzig

    Hort an der Geschwister-Scholl-Grundschule


10) Wilkau-Haßlau 

     Dittes-Grundschule

     Kindereinrichtung „Tintenklecks“

 

 


Gefördert durch:

Sächsisches Staatsministerium für Kultus

Diese Maßnahme wird (mit-)finanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.